Trotz Kulanz-Regelung der Bahn - Studentin (27) muss ICE-Aufpreis zahlen

rnBahnstrecke Dortmund-Münster

Weil auf der Bahn-Strecke Dortmund-Münster gebaut wird, dürfen einige Fahrgäste auf den ICE ausweichen. Für Tessa Theiner ging das nach hinten los: Sie musste trotzdem nachzahlen.

Dortmund, Lünen

, 15.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tessa Theiner fährt regelmäßig vom Dortmunder Hauptbahnhof aus nach Münster. Die Lünerin studiert an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Master Geowissenschaften. Seit dem 6. Januar ist die Eurobahn-Strecke, die sie normalerweise nutzen würde, wegen Bauarbeiten komplett gesperrt.

Als Alternative bietet die Deutsche Bahn neben einem Schienenersatzverkehr eine Kulanz-Regelung an: Inhaber bestimmter Tickets dürfen für die Strecke Dortmund-Münster den Fernverkehr nutzen – ohne den sonst fälligen Aufpreis zu zahlen. Das gilt auch für Inhaber des Semestertickets NRW wie Tessa Theiner.

Kontrolleur wusste anscheinend nicht Bescheid

Doch als die 27-Jährige am Montag (13. Januar) im ICE nach Münster sitzt, macht sie eine andere Erfahrung: Als ihr Ticket kontrolliert wird, muss Tessa Theiner den Upgrade-Preis auf ein ICE-Ticket zahlen – obwohl sie das laut der Kulanz-Regelung der Bahn nicht müsste. Etwa 14 Euro kostet die Nachzahlung ohne Bahncard.

Und das Ganze ist kein Einzelfall: „Als ich dann in Münster zum Schalter gegangen bin, um zu erfahren, wie ich das Geld zurückbekommen kann, waren da noch mehr Leute. Insgesamt waren wir acht Mädels. Eine musste sogar 60 Euro für angebliches Schwarzfahren zahlen.“

Der AStA der Uni Münster hat auf seiner Website einen Flyer der Bahn bereitgestellt, der auf die Regelung hinweist. Doch auch der war laut Tessa Theiner keine Hilfe.

„Vereinzelte Anlaufschwierigkeiten“

Eine Sprecherin der Bahn teilt auf Nachfrage am Mittwoch (15. Januar) mit, die Kontrolleure seien natürlich im Voraus informiert worden. „Es kann aber sein, dass es vereinzelt Anlaufschwierigkeiten bei der Kulanz-Regelung gab. Die Mitarbeiter wurden aber auch jetzt noch mal mit Nachdruck darüber informiert.“

Grundsätzlich gelte die Fernverkehrsfreigabe unter anderem für Inhaber des Semestertickets, von „Schöne-Woche-“, „Schöner-Monat-“ oder „Schönes-Jahr-Tickets“, sowie verschiedener Abo-Tickets des Westfalen-Tarifs. Sie dürften mit den jeweiligen Tickets und einem Personalausweis zwischen Dortmund und Münster den ICE nutzen.

„Sollte es zu zu Unrecht erhobenen Fahrpreisnachzahlungen gekommen sein, bitten wir um Entschuldigung“, so die Bahn-Sprecherin weiter. Selbstverständlich gebe es dann eine Rückerstattung. Betroffene könnten sich an den Kundendialog der Bahn wenden, unter kundendialog@bahn.de.

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