Schranke fällt für immer: Deutsche Bahn will Bahnübergang schließen

rnBahnübergang

Noch können Autos bei geöffneter Schranke die Schienen an der Westhusener Straße problemlos überqueren. Doch die Deutsche Bahn hat andere Pläne mit dem Bahnübergang.

Huckarde

, 02.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne der Deutschen Bahn waren eine Überraschung in der vergangenen Sitzung (17.6.) der Bezirksvertretung Huckarde. Der Bahnübergang an der Westhusener Straße soll dauerhaft geschlossen werden. Stattdessen soll eine Umgehungsstraße westlich entlang der Gleise auf die Rahmer Straße führen.

Die Verwaltung der Stadt Dortmund sieht den Plan kritisch und fordert, anstelle der Straße lediglich einen Fuß- und Radweg entlang der Gleise auszubauen, um die dortigen Kleingärten nicht zu sehr zu beschneiden.

Die Zufahrt zur Westhusener Straße wäre dann nur noch über die Aspeystraße und die Unterfeldstraße sowie deren Nebenstraßen möglich. Der kürzeste Weg von der Kreuzung Rahmer Straße/Westhusener Straße/Sydowstraße zur Ecke Westhusener Straße/Unterfeldstraße wäre dann 800 statt 200 Meter lang.

Stellwerk-Tausch ist der Grund für die Pläne der Bahn

Die Bezirksvertreter entschieden am 17. Juni nicht. Sie forderten weitere Informationen über die Gründe für die Schließung des Bahnübergangs und den Zeitrahmen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Keller hatte eine ganze Reihe an Fragen aufgelistet.

Darunter die Frage nach der Planung der Rettungswege für die Erpinghofsiedlung, die mit einer Schließung des Bahnübergangs keine direkte Zuwegung mehr hätte. Zudem müsse die Erreichbarkeit von Kita, Schule und Co. für die Anwohner geklärt werden.

Ein größerer Rückstau an den verbleibenden Bahnübergängen Rahmer Straße und Aspeystraße sei zu befürchten, so Keller. Nun hat sich die Deutsche Bahn zu ihren Plänen geäußert.

„Das mechanische Stellwerk Dortmund-Rahm soll durch neues elektronisches Stellwerk ersetzt werden“, erklärt ein DB-Pressesprecher auf Anfrage. „Eine Bedienung des mechanischen Bahnübergangs Westhusener Straße ist dann künftig nicht mehr möglich.“

Im Notfall droht ein Planfeststellungsverfahren

Der Bahnübergang werde ohnehin wenig benutzt, das habe eine Verkehrszählung ergeben. Alternative Fahrmöglichkeiten über die Aspeystraße seien vorhanden. „Durch außerordentliche Ereignisse wie den Wasserrohrbruch an der Rahmer Straße kann es zu Umwegen kommen“, sagt der Pressesprecher. Dies allein rechtfertige es jedoch nicht, das ganze Jahr über kürzere Strecken bereit zu halten.

Die Deutsche Bahn strebe eine einvernehmliche Lösung mit der Stadt an. Sollte keine zustande kommen, werde es ein Planfeststellungsverfahren geben. Dadurch werde die Zulässigkeit der Pläne der Deutschen Bahn geprüft.

„Der genaue Zeitpunkt für eine Inbetriebnahme des neuen Elektronischen Stellwerks und der damit zusammenhängenden Bahnübergangs-Maßnahmen kann heute leider noch nicht gegeben werden“, sagt der DB-Pressesprecher. Vor 2027 sei jedoch nicht mit Baumaßnahmen zu rechnen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt