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BAMF-Außenstelle für Flüchtlings-Erstaufnahme geplant

Späte Einsicht

Seit fast fünf Jahren drängt die Stadt darauf, das für Asylanträge zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bei der Erstaufnahme von Asylbewerbern direkt mit ins Boot zu holen. Doch erst jetzt kommt langsam Bewegung in die Sache.

DORTMUND

, 13.01.2016 / Lesedauer: 3 min
BAMF-Außenstelle für Flüchtlings-Erstaufnahme geplant

Die Erstaufnahme in Hacheney.

Dass der in Paris nach einem Anschlagsversuch erschossene Asylbewerber unter mehreren Identitäten in Europa unterwegs war, zeigt, dass es bei der Registrierung von Zuwanderern Lücken gibt. Auf der anderen Seite müssen Flüchtlinge meist monatelang darauf warten, überhaupt einen Termin beim BAMF zu bekommen, um einen Asylantrag stellen zu können.

Deshalb wäre es sinnvoll, das BAMF, das in Dortmund eine Außenstelle an der Huckarder Straße hat, direkt mit der Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber (EAE) an der Buschmühle zu verknüpfen. Entsprechende Ideen gab es schon, als die EAE in Hacheney angesiedelt wurde.

Doch die Einrichtung dort sei mit einer Kapazität mit bis zu 350 Flüchtlingen zu klein, entschied das BAMF. Mindestgröße sei eine Kapazität von 500 Asylbewerbern – ungeachtet der Tatsache, dass der Zustrom von Flüchtlingen in Hacheney lange Zeit deutlich über der eigentlichen Kapazität lag.

Anfragen der Stadt blieben erfolglos

„Wir haben immer wieder nachgefragt“, erinnert sich Rechtsdezernentin Diane Jägers. Immer wieder ohne Erfolg. Auch als sich die Kapazität der EAE mit dem neuen Standort an der Buschmühle mit bis zu 1000 Plätzen Anfang November 2015 deutlich vergrößerte, hakte die Stadt erneut nach. „Wir haben immer wieder nachgefragt, ob das BAMF mit aufs Gelände kann“, berichtet Jägers.

Die Planungen liefen schließlich ohne das BAMF. Erst jetzt scheint sich die bisher ablehnende Haltung der Bundesbehörde zu ändern. Über das NRW-Innenministerium wurde der Stadt mitgeteilt, dass das BAMF nun doch über eine Außenstelle an der EAE nachdenkt. „Mit uns hat allerdings noch keiner konkret gesprochen“, so Jägers. „Die Gespräche diesbezüglich sind noch nicht abgeschlossen“, teilte das BAMF selbst am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion mit. Auch in anderen Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes ist das BAMF inzwischen direkt vertreten.

Jägers: Tropfen auf den heißen Stein

In der neuen EAE, die in der kommenden Woche in Essen startet, will das Amt täglich 150 Anmeldungen abarbeiten. Angesichts von 600 Registrierungen pro Tag, die derzeit an der Buschmühle vorgenommen werden, wäre das nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sagt Diane Jägers – aber immerhin ein Fortschritt. „Und er kommt Jahre zu spät.“

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