Mischling Basko lebt bereits seit acht Jahren im Dortmunder Tierheim. © Kolle
Trauriges Schicksal

Basko hat fast sein ganzes Leben im Dortmunder Tierheim verbracht

Basko ist von allen Tieren am längsten im Dortmunder Tierheim - gerade mal 14 Monate alt war er, als er dort ankam. Aller Voraussicht nach wird er auch nie wieder ein anderes Zuhause kennenlernen.

Basko ist mit seinen 60 Zentimeter Stockmaß zwar groß. Doch er wirkt auf den ersten Blick freundlich.

Der Hund war gut 14 Monate alt, als er als „Notpflege“ am 19. Mai 2013 im Tierheim abgegeben wurde; denn Basko hatte massive Verhaltensprobleme. Und noch heute gilt: Basko ist unberechenbar.

Der Rüde ist eine Mischung aus Irish Setter und einem Kuvasz, einem ungarischen Herdenschutzhund. Und der letztere Teil seiner Gene ist wohl der Grund dafür, dass er fast sein ganzes bisheriges Leben in der Obhut des Dortmunder Tierheims verbracht hat.

„Ungarische Herdenschutzhunde sind dafür bekannt, dass sie ihre Ressourcen verteidigen“, erläutert Tierheimleiter Dirk Rojahn, „und Basko hat dieses Verhalten in sehr ausgeprägter Form.“

Kontakt zu Kindern ist zu gefährlich

Insbesondere seine Näpfe und sein Futter verteidige er, aber auch alles andere, das er als seines betrachte, sagt Rojahn. Gegenüber Menschen reagiere Basko freundlich, aber nur, solange man nichts von ihm wolle. Und Kinder dürfen auf keinen Fall in seinem Umfeld leben und Kontakt zu ihm haben: zu gefährlich.

„Gegenüber Artgenossen ist Basko sehr sozial und mit ihnen grundsätzlich immer gut verträglich“, so der Tierheimleiter. Aber auch ihnen gegenüber würde Basko im Fall des Falles seine Ressourcen verteidigen.

Basko beherrscht alle Grundkommandos und geht eigentlich gut an der Leine. Doch wegen seiner Unberechenbarkeit führt ihn aktuell kaum ein Tierpfleger aus.

Um ihm dennoch ein lebenswertes Hundeleben zu ermöglichen, haben die Tierheimmitarbeiter ihm einen eigenen, eingezäunten Auslauf geschaffen, der mit einem elektronischen Tor gesichert ist. Damit es für Basko nicht eintönig wird, sind auf der Fläche verschiedene Untergründe.

„Er ist unser Hund“

Rojahn: „Das war unsere Möglichkeit, für das Tier etwas zu tun. Wir mögen ihn ja. Er ist unser Hund.“ Dennoch sind nur ein bis zwei Tierpfleger seine Bezugspersonen. Um „die Freundschaft“ ein bisschen zu pflegen, gibt Dirk Rojahn ihm ab und an ein Leberwurstbrot von seinen Mittagsstullen ab.

Alle paar Monate muss sich Basko, wie die anderen Tiere auch, einer medizinischen Grunduntersuchung unterziehen. Das geht bei ihm nur unter Narkose, in die er mit einem Blasrohr geschickt wird. Ein Blick ins Maul, in die Ohren und aufs Gewicht, eine Floh- und Wurmbehandlung sowie eine gründliche Fellpflege – bis zu fünf Leute gleichzeitig sind dann mit ihm beschäftigt.

Nur unter speziellen Vorsichtsmaßnahmen und mit einer abgesprochenen und organisierten Unterbringung würde das Tierheim versuchen, Basko „in sehr, sehr erfahrene Hände zu geben“, sagt der Leiter. Doch er gehe nicht davon aus, dass es so kommt, sagt Rojahn und schickt hinterher: „Das ist schon traurig.“

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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