Bauprojekt dauert zu lang - Initiatoren sind mit Geduld am Ende

"Romberghöfe"

Sie wollen das Handtuch werfen, wenn nicht bald etwas passiert. Sie, das sind die Initiatoren der geplanten Romberghöfe, die zunächst ein Hotel, Gastronomie samt Brauerei auf dem Areal des früheren Gutshofs Brünninghausen im Botanischen Garten Rombergpark bauen wollen. Was bisher "nicht passiert" ist, ist die angekündigte neue barrierefreie Fußgängerbrücke über der Bundesstraße 54.

BRÜNNINGHAUSEN

, 17.07.2017, 05:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bauprojekt dauert zu lang - Initiatoren sind mit Geduld am Ende

Nach wie vor nicht in Sicht: Die geplante, 255 Meter lange, zweigeteilte Brücke über die Bundesstraße 54 und Nortkirchenstraße in Höhe Rombergpark.

Der Brückenschlag zwischen Rombergpark und dem Phoenix-West-Gelände ist seit Jahren geplant und wegen seiner hohen Kosten nicht unumstritten. Er muss aber vor den ersten Erdbewegungen zu den neuen Bauprojekten am nördlichen Ende des Botanischen Gartens erfolgen, da die Brücke an dieser Stelle nicht unerhebliche Eingriffe in das dort aufsteigende Gelände beschert. Wie schon im letzten Jahr mehrfach berichtet, stoßen die nötigen Geländearbeiten auf heftige Kritik beim Bund für Umwelt und Naturschutz.

Zeit und Kosten laufen

Den Initiatoren des Projektes „Romberghöfe“, die die geplante Fußgängerbrücke nicht zu verantworten haben, reißt der Geduldsfaden. Ihnen laufen Zeit und Kosten davon. Mitte August, so die Ankündigung, sollte die von NRW Urban geplante und zum großen Teil aus Landesmitteln finanzierte, zuletzt auf 6,6 Millionen Euro datierte Brücke eingeschwenkt werden über Bundesstraße 54 und Nortkirchenstraße. Davon kann keine Rede mehr sein.

Die zuständige Projektmanagerin bei der landeseigenen Entwicklungsgesellschaft NRW Urban, Birgit Jakoby, war urlaubsbedingt für die Redaktion nicht zu sprechen. Andere Mitarbeiter sahen sich außerstande, Auskunft zu geben. Nachfragen bei der Stadt ergaben, dass die Ausschreibung für den technischen Brückenbau vorbereitet werde. Die gleiche Auskunft erhielt die Redaktion bereits im vorigen Jahr. Trotz der vor Monaten beendeten Sondierungsbohrungen, die in diesem Bereich Kampfmittel aufspüren sollten, hat der Kampfmittelräumdienst aufgrund neuen Datenmaterials eine erneute Abfrage empfohlen. Diese laufe noch, so Stadtsprecherin Heike Thelen.

Forderung nach Gespräch

Kaufmann Detlef Lotte, der in ganz Deutschland Restaurants betreibt, in Dortmund „Dieckmann‘s“ und „Schönes Leben“, gehört zu den Initiatoren der Romberghöfe. Er sagt: „Wir brauchen ein klärendes Gespräch mit NRW Urban und der Stadt. Und zwar schnellstmöglich. Das Ausmaß der Verzögerungen ist zu groß geworden.“ Im Hinblick auf die begonnenen Sommerferien sieht Lotte aber wenig Chancen für eine schnelle, verlässliche Auskunft der Brücken-Beteiligten.

Der Bund der Steuerzahler hatte zuletzt das 6,6 Millionen Euro Brückenprojekt scharf kritisiert mit Hinweis auf die nur 300 Meter nördlich liegende Rad- und Fußgängerbrücke. Ein barrierefreier Zugang für diese, aktuell über zwölf Stufen zu erreichende Brücke sei erheblich billiger zu errichten und weniger raumgreifend als die geplante Konstruktion. Diese muss über eine lange, sich windende Zufahrt 15 Höhenmeter überwinden.

Exakt zu Füßen der „Passstrecke“, deren Bau noch immer nicht absehbar ist, spielen sich die Bauarbeiten zum Restaurant samt Brauerei ab, sollte die Initiatorengemeinschaft nicht das Handtuch werfen.

Das sind die Pläne:

Zur Initiatorengemeinschaft „Romberghöfe“ gehört auch Architekt Hans-Leo Drewes. Er plant rund um den früheren Gutshof Folgendes:
In einem ersten Bauabschnitt soll ein 100-Betten-Hotel mit gläserner Skybar entstehen. Dazu ein großes Restaurant mit Biergarten und Brauereianschluss samt Blick von außen in die Produktion.
In zwei weiteren Bauabschnitten sollen größere Gebäuderiegel als Dienstleistungszentren entstehen.

 

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