Baustellen-Flut bremst Dortmunds Busse aus

Viele Verspätungen

250 Baustellen pro Jahr: Wer als Nahverkehrskunde mit Bussen durch Dortmund fährt, muss sich in Geduld üben. Verspätungen häufen sich. Aktuell ist die Lage so schlimm, dass die Busfahrer von DSW 21 bei den Pausen abknapsen, um in Staus oder auf Umleitungen verlorene Zeit wieder aufholen zu können.

DORTMUND

, 06.10.2017, 03:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Baustellen-Flut bremst Dortmunds Busse aus

Baustellen und Umleitungen bedeuten Stress auch für die Busfahrer.

„Viele Baustellen sind zusätzlicher Stress für die Fahrer und unsere Kundenresonanz, denn von der Verspätung betroffene Fahrgäste wollen natürlich wissen, warum die Linie unpünktlich ist und ob ihr Anschluss funktioniert“, berichtet DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth aus dem Alltag.

Aktuell sind DSW21-Buslinien in allen Dortmunder Stadtteilen von Baustellen betroffen. Besonders stark trifft es den Süden der Stadt: Weil die Hagener Straße stadteinwärts gesperrt ist und zeitgleich der Landesbetrieb Straßen NRW auf der B 54 die Auffahrten Wellinghofen und Hacheney für Bauarbeiten vom Netz genommen hat, nutzen die Autofahrer die Parallelstrecken in angrenzenden Stadtteilen.

Schulkinder erreichen die erste Stunde nicht pünktlich

Mit der Folge, dass die Busse vor allem im Berufsverkehr zwischen immer mehr PKW deutlich länger als sonst im Stau stehen. Schulkinder erreichen die erste Stunde nicht pünktlich, Arbeitnehmer verpassen den Dienstbeginn und Bahnkunden ihre Anschlüsse – wenn sie auf den besonders stark betroffenen Linien nicht mindestens 20 Minuten früher an der Haltestelle stehen.

„Für uns sind 500 Fahrer unterwegs. Und wir meinen, dass sie gerade jetzt ihre Arbeit gut machen“, sagt Britta Heydenbluth. Zwar müssen die Fahrer schonmal die Pausenzeiten kürzen, aber ein Überschreiten der per Gesetz begrenzten Lenkzeit sei die Ausnahme. Falls doch, müsse der Fahrer per Funk einen Ersatz anfordern.

Die längste Umleitung in der DSW21-Geschichte

Wegen einer Großbaustelle auf der Schüruferstraße in Schüren fährt der 440er zwischen Aplerbeck und Lütgendortmund – das ist Dortmunds längste Linie – die längste Umleitung, die DSW21 jemals gefahren ist: Statt geradewegs auf Aplerbeck zu, geht es durch den Hörder Norden am Phoenix-See vorbei über Schüren ans Ziel. Eine lange Umleitung fährt auch die Linie 450 durch Brünninghausen.

DSW 21 habe die Fahrgäste dieser Linien kurzfristig auf allen Kanälen informieren müssen, sagte Britta Heydenbluth. Verkehrsplaner des Unternehmens können in Gesprächen mit der Stadt Dortmund ihre Wünsche äußern, die Baustellen aber nicht verhindern.

DSW21-Sprecherin: "Die Tendenz zu Baustellen ist eher steigend"

Und wann entweicht der Zeitdruck aus dem Fahrplan? Die DSW21-Sprecherin hat keine Antwort parat, die Busfahrer und Kunden erleichtern würde: „Das bleibt in naher Zukunft so. Die Tendenz zu Baustellen ist eher steigend.“ Es komme darauf an, die Kunden so früh und gut wie möglich zu informieren.

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