Baustoff-Firma vom Internet abgeschnitten – Lieferketten in Gefahr

rnÜberlastete Leitungen

Ohne vernünftige Internetverbindung kann der Mengeder Baustoff-Hersteller GHT kaum noch arbeiten. Der Firmenchef schlägt jetzt Alarm. Er setzt auf den Breitbandausbau und die Politik.

von Matthias Sassenberg

Dortmund

, 05.08.2020, 04:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die GHT GmbH & Co. KG, Hersteller von Baustoffen für geotechnische Anwendungen am Kanal in Mengede, benötigt dringend eine schnelle, leistungsstarke Internetverbindung. Die veralteten Kupferkabel können die stetig wachsenden Datenmengen nicht mehr stabil übertragen.

„Wir sind stunden- bis tageweise komplett von der Telefonie und vom Internet abgeschnitten“, erklärt Geschäftsführer Jörg-Uwe Wille, der das mittelständische Familienunternehmen mit 70 Mitarbeitern am Standort Dortmund heute in zweiter Generation führt. „Unsere Kunden beschweren sich, dass wir nicht erreichbar sind.“

Wenn Telefonie und Internet nicht funktionieren, ist auch die interne Kommunikation zwischen der Verwaltung und den angeschlossenen Werken stillgelegt.

GHT-Chef: Glasfasernetz ist für Wettbewerbsfähigkeit wichtig

Die GHT ist als Logistikdienstleister ein systemrelevantes Unternehmen, das die Versorgung von Kraftwerken, Kläranlagen, Großbaustellen und kommunalen Betrieben per Schiff und eigenen Lkw gewährleistet. „Wenn wir unsere logistischen Dienste nicht ausführen, können ganze Lieferketten zusammenbrechen“, betont der GHT-Geschäftsführer.

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Die einzige Chance, mittel- bis langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sieht Jörg-Uwe Wille in einer baldigen Anbindung seines Unternehmens an das Glasfasernetz.

Aus seiner Sicht hat ein Unternehmen von seiner Größe und Bedeutung einen Anspruch auf Grundversorgung im Bereich Telekommunikation. Erste Unterstützung fand er mit seinem Anliegen bei der IHK zu Dortmund, die ihm den Zugang zu ihrem Netzwerk in Wirtschaft und Politik eröffnete.

Zu diesem gehört Sabine Poschmann, Mitglied im Deutschen Bundestag. Wille nahm Kontakt zur Bundestagsabgeordneten auf, die von Anfang an großes Interesse zeigte, den Betrieb mit seinem überdurchschnittlich hohen Anteil an gewerblichen Arbeitnehmern zu unterstützen.

Gemeinsam mit Torsten Heymann, dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Mengede und Mitglied im Rat der Stadt Dortmund, besuchte sie Mitte Juli das Unternehmen.

Freude über Unterstützung durch SPD-Politiker

Die beiden SPD-Politiker versprachen Jörg-Uwe Wille, sich für die Interessen des Familienunternehmens einzusetzen. Torsten Heymann will im Dortmunder Stadtrat erwirken, dass GHT von der Politik als „weißer Fleck“ auf dem Stadtgebiet erkannt wird und im Zuge des geplanten, umfangreichen Breitbandausbaus einen Glasfaseranschluss erhält.

„Es freut mich sehr, dass unserem Unternehmen eine derart starke Unterstützung zugesagt wurde. In diesem Randbezirk fühlen wir uns wie viele andere ansässige Gewerbetreibende und Industriebetriebe zeitweise von der Politik vernachlässigt“, sagt Jörg-Uwe Wille.

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