Bauzaun statt Klettergerüst: Spielplätze warten oft ewig auf Freigabe

rnEltern-Ärger

Auf Dortmunder Spielplätzen stehen Spielgeräte schon mal wochen- oder monatelang abgesperrt herum, weil sie noch nicht freigegeben sind. Ein Vater berichtet Kurioses - und Ärgerliches.

von Franka Doliner

22.08.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alltäglich das gleiche Bild: Ein Bauzaun schmückt den Spielplatz. Nicht als Spielgerät - eher um Kinder davon abzuhalten mit diesen zu spielen. Weil die Geräte noch nicht freigegeben wurden.

Christian Schneider-Ott ärgert das. Auf dem Spielplatz in seiner Straße steht eine Rutsche. Wenn er seine zwei Jahre alten Zwillinge morgens in den Kindergarten gebracht hat, fiel ihm eins immer wieder auf - der Bauzaun um das Spielgerät.

„Der stand da bestimmt ein halbes Jahr“, sagt Schneider-Ott, er habe extra nochmal mit seiner Frau darüber gesprochen. Irgendwann im Frühjahr war der Zaun dann weg. „An ein oder zwei Tagen wurde dann alles auf einmal freigegeben“, erinnert sich der Familienvater zurück.

„Steht der Zaun noch?“

Die Rutsche auf dem Spielplatz im Blücherpark sei dabei kein Einzelfall. Direkt daneben steht jetzt ein Klettergerüst - bunt und ganz neu. „Darum stand für mindestens zwei Monate ein Zaun“, schätzt der 43-Jährige. Gleiches hat er auch in der Yorckstraße beobachtet. „Irgendwann wurde es ein Running-Gag unter Freunden“, lacht Schneider-Ott.

Dieses Bild von einem Spielgerüst im Blücherpark hat Christian Schneider-Ott im Frühjahr aufgenommen. Auf ihn wirkte das Spielgerüst fertig.

Dieses Bild von einem Spielgerüst im Blücherpark hat Christian Schneider-Ott im Frühjahr aufgenommen. Auf ihn wirkte das Spielgerüst fertig. © Christian Schneider-Ott

Wer trägt die Verantwortung?

Für ihn stellt sich eine Frage besonders: „Wenn eine einzelne Rutsche so lange auf eine Endabnahme wartet, wie lange muss man dann auf die Freigabe eines kompletten Spielplatzes warten? Ein Jahr?“.

In der Zeit, in der die Geräte gesperrt waren, habe er beobachtet, dass Kinder trotzdem darauf gehen. „Ich kann das verstehen, das ist ja eine Situation wie Schokolade vorgesetzt zu kriegen“, meint Schneider-Ott. Die Frage sei nur, was wenn ein Gerät nicht richtig aufgebaut wurde und sich ein Kind verletzt?

Spielplätze werden vom TÜV abgenommen

„Generell haften Eltern für ihre Kinder“, sagt Christian Schön von der Pressestelle der Stadt Dortmund. Weshalb Spielgeräte überhaupt so lange ungenutzt herumstehen, kann er nur vermuten: „Bei einem Neubau wird meistens auch der Boden neu gemacht. Manchmal muss man dann warten, bis zum Beispiel das Gras nachgewachsen ist“.

TÜV muss die Geräte abnehmen

Die Aufträge zum Bau von neuen Spielgeräten würden vom Grünflächenamt verteilt, erklärt Schön. Dieses kontrolliere auch, ob gebaut wurde, was bestellt wurde. Im nächsten Schritt müsse der TÜV die Geräte abnehmen. „Der TÜV hat viel zu tun, daher kann die Abnahme unterschiedlich lange dauern“, so Schön.

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Auf Anfrage teilt der TÜV Nord mit, dass keine nennenswerten Verzögerungen festzustellen seien. Daher könne keine verbindliche Aussage getroffen werden, wie lange die Freigabe eines Spielgeräts durchschnittlich dauert.

Die Zwillinge von Christian Schneider-Ott freuen sich derweil über eine neue Rutsche auf dem Spielplatz. Auf die haben sie schließlich lange gewartet.

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