Sexshop in Dortmund ist geschlossen – wie geht es mit dem Beate-Uhse-Laden weiter?

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Ein Rolltor versperrt den Blick auf Sex-Spielzeug und Reizwäsche: Der Erotikladen Beate Uhse am Westenhellweg ist geschlossen. Ein Insolvenzverwalter kämpft um den Fortbestand.

Mitte

, 10.10.2019, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Beate-Uhse-Laden in der Dortmunder Innenstadt gehört zum Westenhellweg wie Wurst Willi, Kaufhof und Karstadt. Doch: Seit einigen Tagen ist der Sex-Shop geschlossen.

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Ein schmuckloses Rolltor versperrt den Blick auf aufreizende Wäsche und Sex-Toys im Schaufenster des Eingangsbereichs. Nur der rote Beate-Uhse-Schriftzug mit dem Herzen in der Mitte zeugt noch von dem sündigen Angebot, das sich dort jahrzehntelang verborgen hat.

Zweite Pleite innerhalb kurzer Zeit

Beate Uhse ist pleite, zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre. Der Versuch, das Ruder noch einmal dauerhaft herumzureißen, ist offensichtlich gescheitert. Die Muttergesellschaft be you GmbH sowie die drei Tochterunternehmen haben im Juli 2019 erneut den Insolvenzantrag eingereicht.

Um die Abwicklung kümmert sich Anwalt Sven-Holger Undritz von der Kanzlei White&Case, der bereits das erste Insolvenzverfahren von Beate Uhse gemanagt hat.

Kein Interessent für die Dortmunder Filiale

Die Kanzlei macht keine Hoffnungen, dass sich die Türen zur Beate-Uhse-Erotikwelt in der Dortmunder City noch einmal öffnen: „Der Beate Uhse-Standort in Dortmund bleibt dauerhaft geschlossen“, teilt eine Sprecherin von White&Case auf Anfrage mit.

„Trotz des strukturierten Investorenprozesses, der aufgesetzt wurde, um für die Beate Uhse-Filialen Übernehmer zu finden, welche auch den Arbeitnehmer eine Weiterbeschäftigung bieten, konnte für den Standort in Dortmund kein Interessent gefunden werden.“ Wie viele Mitarbeiter von der Schließung am Westenhellweg 51 betroffen sind, teilte die Insolvenzverwalter-Kanzlei nicht mit.

Sexshop in Dortmund ist geschlossen – wie geht es mit dem Beate-Uhse-Laden weiter?

Das bunte Beate-Uhse-Angebot gibt es vorerst nur noch im Webshop. © Julian Strate dpa

Der Konzern hatte über viele Jahre Umsatz und Gewinn eingebüßt und wurde 2018 aus der ersten Insolvenz heraus an einen Fonds des niederländischen Investors Robus Capital Management verkauft. Der Personalbestand wurde von 500 auf 150 Mitarbeiter abgebaut. In Dortmund lief der Verkauf erotischer Artikel zunächst unbeeinträchtigt weiter.

Jetzt hat die niederländische EDC Gruppe das Internetgeschäft von Beate Uhse übernommen. Die Tochtergesellschaft EDC Retail ist damit der größte Online-Anbieter für Erotikartikel in Europa.

Erster Sexshop der Welt

Beate Uhse war 1946 von der früheren Luftwaffenpilotin Beate Rotermund-Uhse gegründet worden. 1962 eröffnete sie den ersten Sexshop der Welt in Flensburg. Zehn Jahre später gehörten 25 Läden zum Unternehmen.

Mit dem Internet begann der Niedergang des einst größten Erotik-Konzerns in Europa. Heute soll das Unternehmen laut dpa nur noch rund 20 Filialen in Deutschland betreiben.

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