Bei Boecker gehen Mitte Februar die Lichter aus

Modehaus schließt

Das Modehaus Boecker an der Kampstraße schließt. Gut 30 Angestellte stehen auf der Straße, die weitaus meisten sind Frauen. Ein Nachfolger für das Gebäude ist möglicherweise schon in Sicht.

Dortmund

, 29.12.2017, 18:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei Boecker gehen Mitte Februar die Lichter aus

Boecker an der Kampstraße schließt Mitte Februar. © Dieter Menne (Archivbild)

Vor den Kassen im Erdgeschoss des Traditionshauses an der Kampstraße schlängeln sich Kaufwillige durch die gesamte Abteilung mit Herrenhemden und -pullovern. Es lassen sich Schnäppchen machen, „Alles muss raus“ steht in Großbuchstaben an den Schaufenstern. Die Stimmung der Angestellten ist im Keller.

Gut 30 sollen es noch sein, fast ausschließlich Frauen. „Was glauben Sie, wie wir uns fühlen“, sagt eine von ihnen, „vor zwei Tagen haben wir alle die Kündigung gekriegt.“

Zu große Verkaufsfläche

Waren 6700 Quadratmeter Verkaufsfläche am Ende doch zu viel? In Zeiten von Online-Boom und anhaltender Absatzschwäche im Textilbereich? Mitte Februar gehen im Boecker-Haus an der Kampstraße 5 die Lichter aus. Vor 20 Jahren war das alteingesessene Modehaus in den damaligen Neubau an angestammter Stelle gezogen.

2018 läuft der Mietvertrag aus. Eigentümer ist eine Investorengemeinschaft, dieselbe, die nebenan das frühere Karstadt-Technikhaus abreißen lässt, um dort Studenten-Appartements unter dem Titel „Base Camp“ zu errichten. Massimo Giazzi, Geschäftsführer der Firma Crossover GmbH, der Inhaber von Boecker, sagte auf Anfrage, er habe sich in Dortmund kleiner setzen wollen und über ein Shop-in-Shop-System nachgedacht.

Sportgeschäft als Nachfolger von Boecker?

Ihm sei zu Ohren gekommen, dass möglicherweise ein stark expandierendes Sportgeschäft ins alte Boecker-Haus einziehen wolle und in der zweiten Etage ein Fitness-Studio. Die Boecker-Geschäfte in Mülheim an der Ruhr, Bad Kreuznach und Ingelheim würden weitergeführt. Noch sind viele Tausend Kundenkarten im Umlauf.

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