Bei den Bürgerdiensten beißt sich der Sparfuchs in den eigenen Schwanz

rnGlosse: Wenn Sie Günna fragen

Wenn Sie Günna fragen, hat Günna immer eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Immer ehrlich, immer direkt, immer Dortmund. Thema diesmal: Die Doatmunda Bürgerdienste.

von Bruno "Günna" Knust

Dortmund

, 04.10.2019, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hömma, Fritz, mein Schwagga aussem Rathaus erzählte mir dat sie da am Brückentach ma widda voll ein anne Klatsche gekriegt ham weil sie beide Bürgerdienste nich mit sonem Andrang gerechnet ham und darum schon vorde Frühstückspause den Laden wegen Überfüllung dichtgemacht ham.

Im Vorhof der Verwaltungshölle herrschten widda hoffnungslose Zustände und ne Verbesserung der Zustände war nich in Sicht. Hilfe übba die Online-Plattform iss auch eher Wunschdenken denn da herrscht genau wie inne Bürgerdienste selber ein akutes Arbeistspeicher-Kapazitätsproblem und es läuft alles höchstens nur mit Dorfgeschwindigkeit.

Mit dem Bürgerservice iss dat imma sonne Sache denn Service steht und fällt ja mitte Menschen die damit zu tun ham. Die vorderste Servicefront iss für die Menschen da die undankbarste Stellung im Dienstleistungs-Krieg denn als erstes Gesicht iss dat so gut wie unmöglich den verfahrenen Karren aussem Bockmist jahrzehntelanger Fehlplanung zu ziehn.

Da beißt sich der Sparfuchs in den eigenen Schwanz

Da kannze als Mitarbeiter noch so nett und freundlich sein abba gegen die aufgestaute Wut der Wartbürger hasse dat verdammt schwer. Wie soll dat auch gehen wenne seit ewige Zeiten auslöffeln muss wat dir Politiker im Rotstift-Milieu vom Stadt-Sparlament eingebrockt ham die durch klamme Kassen inne Verwaltung Jahr für Jahr die Personaldecke runterschrubbten so dat es überall an genügend fähige Mitarbeiter mangelt.

Selbs inne Abteilung für Personal-Neueinstellung solln Leute fehlen sacht mein Schwagga und da beisst sich der Sparfuchs locker selber innen Schwanz. Im Grunde sind Verwaltungsmitarbeiter heute nur noch „Politikverdroschene Serviceknechte“ im befrusteten Arbeitsverhältnis. Ein Kundenabwehr-Kommando dat die Bürger der Stadt möglichst fern halten soll.

Auf hohem Niveau konstant desolat

Ausser wenn man ihnen mit teure Knöllchen odda Bussgelder in dat Portmonnaie greifen kann. Dann iss personelle Aufstockung kein Thema und wird schomma aum kurzen Weg durchgewunken. Ansonsten sind wir in Doatmund vom Bürgerservice her leider auf hohem Niveau konstant desolat und dat „Einreihen“ als höchste Form vom kooperativen Gruppenverhalten wird zum neuen Volkssport.

Hömma, Fritz, bald hamwa nur noch Einreiher aus sich einreihenden Einreihern zum Wohl der Doatmunda Bürgerdienste. Na denn zum Wohl. Prost!

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