Bei Razzia im Nazihaus Waffen sichergestellt

Rheinische Straße 135

Bei der Razzia im Nazihaus an der Rheinischen Straße 135 hat die Polizei am Mittwochabend (28.3.) auch Waffen sichergestellt.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 29.03.2012, 11:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei Razzia im Nazihaus Waffen sichergestellt

So sahen Passanten den Polizeieinsatz. Bereits im November 2010 wurde das Objekt durchsucht.

Einsatzkräfte der Hundertschaft entdeckten bei der Razzia ein Luftgewehr, Pistolen mit Munition, Teleskopschlagstöcke, eine Steinschleuder, Pfefferpsray und ein Messer. Laut Polizeisprecher Peter Schulz liegt ein Verstoß gegen das Waffengesetz vor.

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Razzia im Nazi-Haus an der Rheinischen Straße

Dies ist der wohl ungewöhnlichste Durchsuchungsbeschluss gegen Neonazis: Nach einer nächtlichen Plakataktion hat die Polizei am 28. März das "Nazi-Haus" an der Rheinischen Straße während eines "Kameradschaftsabends" durchsucht und damit die "Politik der 1000 Nadelstiche" fortgeswetzt. Anwesend waren auch Mitglieder der NPD.
28.03.2012
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Beamte der Einsatzhundertschaft vor dem Haus Rheinische Straße 135. Die Stadt hat den darin wohnenden Neonazis längst gekündigt. Am 31. März 2012 müssen sie das Haus verlassen haben.© Foto: Peter Bandermann
Die Einsatzhundertschaft dringt in das Gebäude ein - vorher ist die Rheinische Straße aus Sicherheitsgründen gesperrt worden.© Foto: Peter Bandermann
Die Einsatzkräfte sind zeitgleich vor und hinter dem Haus im Einsatz.© Foto: Peter Bandermann
Polizeieinsatz vor dem Nazihaus an der Rheinischen Straße 135.© Foto: Peter Bandermann
Polizeieinsatz vor dem Nazihaus an der Rheinischen Straße 135.© Foto: Peter Bandermann
So sahen Passanten den Polizeieinsatz. Bereits im November 2010 wurde das Objekt durchsucht.© Foto: Peter Bandermann
Personalienüberprüfung durch die Einsatzhundertschaft.© Foto: Peter Bandermann
Das Haus Rheinische Straße 135: Die Stadt hat die Immobilie vor einem Jahr gekauft. Den dort wohnenden Neonazis ist gekündigt worden. Die Stadt will dort ein Jugendzentrum für das Quartier aufziehen.© Foto: Peter Bandermann
Ein Polizist sichert den Eingangsbereich.© Foto: Peter Bandermann
Polizisten führen einen Neonazi ab.© Foto: Peter Bandermann
Personenüberprüfung in einem Hausflur.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei hatte die Rheinische Straße kurzzeitig gesperrt.© Foto: Peter Bandermann
Fahrzeuge der Einsatzhundertschaft vor dem Haus Rheinische Straße 135, wo sich die "autonomen Nationalisten" und Mitglieder der NPD getroffen hatten.© Foto: Peter Bandermann
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Szene vor dem Haus Rheinische Straße 135.© Foto: Peter Bandermann
Szene vor dem haus Rheinische Straße 135.© Foto: Peter Bandermann
Die "autonomen Nationalisten" hatten einen Rechtsanwalt (rechts) herbeibestellt. Er musste erst einmal draußen warten.© Foto: Peter Bandermann
Die Situation ist "eingefroren", wie die Polizei intern sagt. Sämtliche Personen sind festgesetzt.© Foto: Peter Bandermann
Nach und nach durften Besucher des "Kameradschaftsabends" die Versammlung verlassen.© Foto: Peter Bandermann
Szene vor dem Haus Rheinische Straße 135.© Foto: Peter Bandermann
Einsatzfahrzeuge einer Hundertschaft vor dem HausRheinische Straße 135. Die Stadt will das gebäude zu einem Jugentreff umbauen.© Foto: Peter Bandermann
Die Rheinische Straße war vor derm Haus 135 zeitweise gesperrt.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei überprüfte die Personalien von 53 Besuchern des "Kameradschaftsabends".© Foto: Peter Bandermann
Polizeieinsatz auf der Rheinischen Straße: Die Razzia dauerte bis in die späten Abendstunden.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann

Die Polizei war um Mittwochabend kurz nach 20 Uhr in ein Ladenlokal eingedrungen, in dem 53 Rechtsextremisten und Mitglieder der NPD einen "Kameradschaftsabend" abgehalten hatten. Offenbar bereiteten sie dort die Demonstration am Samstag (31.3.) vor. Durchsucht wurden auch drei Wohnugnen in der Thusneldastraße in Dorstfeld.Eigentümerin des Hauses an der Rheinischen Straße ist die Stadt Dortmund, die den Mietern, die allesamt Neonazis sind, zum Monatsende gekündigt hat. In den nächsten Monaten beginnt der Umbau zu einem Jugendzentrum für das Westend-Quartier.

Auslöser für den von einem Richter ausgestellten Durchsuchungsbeschluss war eine Plakataktion in der Nacht zum 28. März. Der Rechtsextremisten hatten Plakate mit Demonstrations-Aufrufen auf Stromkästen und Container geklebt. Zweimal hatte die Polizei die Neonazis dabei erwischt. Die Razzia ist Teil einer harten Linie, die Polizei und Stadt zurzeit gegen die lokale Naziszene verfolgen. Selbst "harmlos" wirkende und völlig unpolitische Tatbestände wie Schwarzfahren oder Betrug führten in den letzten Wochen zu drastischen Konsequenzen. In sieben Fällen reagierte die Justiz mit Haftbefehlen.

Am Morgen nach der Razzia kam ein Anstreicher der Stadt mit frischer Farbe gegen braunes Denken vorbei. Die Jalousien des Ladenlokals, das als Nazitreff genutzt wurde, erhielten bunte Regenbogenfarben, die die Vielfalt in der Stadt symbolisieren sollen. Durch zwei Demonstrationen kommt es am 31. März in der Innenstadt und in Dorstfeld zu Verkehrsbehinderungen. Antifaschistische Organisationen starten um 11 Uhr am S-Bahnhof Dortmund / Universität. Sie wollen sich den Rechtsextremisten, die in der Innenstadt unterwegs sind, entgegen stellen.

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