Beilstück, Schmandsack, Spörkel – Was hat es mit diesen skurrilen Straßennamen auf sich?

rnStraßen im Dortmunder Süden

Im Stadtbezirk Hombruch erinnern viele Straßennamen auch heute noch an längst verschwundene Landschaftsmerkmale. Wir haben uns drei dieser Straßen angeschaut und erklären ihre Namen.

von Marc Dominic Wernicke

Hombruch

, 23.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Straßennamen mit „Am“ bezogen sich in früheren Zeiten auf besondere Merkmale in der Landschaft, die heute meist nicht mehr nachvollziehbar sind. Auch im Stadtbezirk Hombruch gibt es noch viele Namen, die skurril wirken. Hans Tibbe vom Hombrucher Geschichtsverein erklärt die Hintergründe.

Landschaftsmerkmale

Da wäre etwa die Straße „Am Beilstück“ zwischen der viel befahrenen Stockumer Straße und dem Krückenweg in Barop. „Das Stück in diesem Namen bezog sich einst auf eine Ackerfläche, deren Form an ein Beil erinnerte, also im weitesten Sinne trapezförmig war“, sagt der Heimatforscher Tibbe.

Beilstück, Schmandsack, Spörkel – Was hat es mit diesen skurrilen Straßennamen auf sich?

Ein kurzes Stück östlich vom Beilstück befindet sich die Straße „Am Schmandsack“. © Marc D. Wernicke

Ein kurzes Stück östlich befindet sich die Straße „Am Schmandsack“, deren Name wenig schmeichelhaft anmutet. Mit dem „Sack“ war ursprünglich eine Absackung im Boden gemeint. Da diese sich mit Wasser füllte und von Tieren durchlaufen wurde, entstand dort viel Schlamm, der - heute eher selten - als Schmand bezeichnet wurde.

Beilstück, Schmandsack, Spörkel – Was hat es mit diesen skurrilen Straßennamen auf sich?

Die Straße „Am Spörkel“ verläuft zwischen der Menglinghauser- und Grotenbachstraße. © Marc D. Wernicke

Neben Feldern und Geländeformen nahmen viele Straßennamen auch Bezug auf die örtliche Vegetation. Eine solche Straße befindet sich „Am Spörkel“ zwischen Menglinghauser- und Grotenbachstraße. Der sogenannte Faulbaum – eigentlich ein Kreuzdorngewächs – wurde im plattdeutschen Dialekt Spork, Spurk oder Spörkel genannt. „Heute bezeichnet es auch einen toten Wald mit Bruchholz“, so Hans Tibbe.

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