Beim Science Slam ist Wissenschaft sexy

Ausverkauftes Domicil

Ganz versteckt in dunklen Kellern, zwischen surrenden Geräten in Laboren, vergraben in Unmengen Büchern, mit weißem Kittel, Glasbaustein-Brille, zerzaustem Haar und Formeln im Kopf – so sieht das Klischee des Wissenschaftlers aus. Die Realität ist eine andere: Das bewiesen Wissenschaftler Donnerstag beim Science Slam.

DORTMUND

von Von Gianna Grün

, 29.01.2011, 05:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sexy Wissenschaft beim Science Slam.

Sexy Wissenschaft beim Science Slam.

„Wenn man auf Omas Geburtstag erklärt, woran man arbeitet und Oma sich dann aber dringend einen Kaffee holen muss – dann war es zu kompliziert“, sagt Slam-Projektleiter Sven-Daniel Gettys. Der Dortmunder Physiker Moritz Karbach ergänzt: „Wenn die Leute nur noch nicken und zu viel ,ja‘ sagen, dann sind sie ausgestiegen.“ Doch nicht nur in der Wissenschaft, auch beim „Bla, Bla, Bla“ der Politiker steigen viele aus, weiß Politikwissenschaftlerin Melanie Diermann: „Warum sich Politiker kompliziert ausdrücken?“, fragt sie in ihrer Forschungsarbeit. Die Antwort hat sie auch: „Wir Deutschen kommen mit einfachen Wahrheiten nicht klar!“ Politiker seien zu laut, zu leise, zu einfach, zu kompliziert, sie reden zu lang, sie reden zu kurz: „Wir motzen lieber, als konstruktiv zu sein – weshalb sonst sind nur zwei Prozent der Deutschen in einer Partei?“.

Psychologie-Student Sebastian Bartoschek wüsste dazu wahrscheinlich eine passende Verschwörungstheorie, denn damit beschäftigt sich seine Forschungsarbeit: „Elvis ist nicht tot, er ist nach Hause geflogen“, scheint ihm nicht abwegig. Obwohl er mit Alufolien-Hut wie einer aussah, behauptet er: „Ich bin kein Freak“. Freak hin oder her: Er überzeugte das Publikum und gewann den Slam.

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