Beinamputierter aus Kirchderne hat Ärger mit seiner Krankenkasse

DAK

Braucht der beinamputierte Angelo Witt aus Kirchderne einen neuen Schaft? Er sagt: Auf jeden Fall. Die Krankenkasse sagt: zunächst nicht. Das sorgt für Ärger.

Kirchderne

, 20.12.2019, 12:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der beinamputierte Angelo Witt kommt nicht mit dem Schaft zurecht, den er bisher hat. Er fordert von der Krankenkasse eine Neuversorgung.

Der beinamputierte Angelo Witt kommt nicht mit dem Schaft zurecht, den er bisher hat. Er fordert von der Krankenkasse eine Neuversorgung. © Andreas Schröter

Der Kirchderner Angelo Witt (47) hat Ärger mit seiner Krankenkasse. Sein Vorwurf: Die Kasse bezahlt ihm keinen neuen Schaft, den er als Beinamputierter dringend braucht. Mit dem alten komme er nicht zurecht. Er verursache Schmerzen in der Leiste. Witt: „Ich bin an das Haus gefesselt.“

Zur Amputation des rechten Beins bis zum Oberschenkel entschloss sich Witt im Februar 2018. Nach einem Unfall im Jahr 2000 habe er immer wieder Probleme mit dem rechten Knie gehabt. 2004 habe er deshalb ein künstliches Knie erhalten.

Weil es damit jedoch immer wieder neue Schwierigkeiten gab, folgten 25 Operationen und 5 weitere künstliche Kniegelenke. Irgendwann habe er sich zur Amputation entschlossen.

Allerdings: Die Probleme blieben. Witt reagierte allergisch auf die diversen Hilfsmittel, oder sie passten schlicht nicht. Nun setzt er Hoffnung in einen „Milwaukee-Schaft“, den seine Krankenkasse, die DAK, aber nicht bezahlen will.

„Alter Schaft muss angepasst werden“

DAK-Sprecher Rainer Lange verteidigt die Entscheidung seines Unternehmens: Zwar sei es „völlig klar, dass Herr Witt einen Schaft braucht, mit dem er gut zurecht kommt“.

Aber aus Sicht der DAK sei ein Milwaukee-Schaft nicht zielführend. Zunächst müsse versucht werden, den alten Schaft anzupassen. Erst wenn das nicht funktioniere, könne man über einen neuen nachdenken.

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