Bekannter Dortmunder Nazi in U-Haft: Rechte ändern Route für Montagabend-Demo

Nazi-Demonstration

Weil er einen jungen Mann mit Pfefferspray angegriffen haben soll, sitzt ein bekannter Dortmunder Neonazi seit Samstag in U-Haft. Das hat auch Auswirkungen auf die Demo am Montag.

Dortmund

14.10.2019, 16:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bekannter Dortmunder Nazi in U-Haft: Rechte ändern Route für Montagabend-Demo

Die Polizei hat am Samstag einen bekannten Neonazi festgenommen. Er sitzt seitdem in der Dortmunder JVA. © Peter Bandermann (Arciv)

Ein bekannter Dortmunder Neonazi sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft. Er hat offenbar gegen Bewährungsauflagen verstoßen, als er zusammen mit einem anderen Mitglied der rechten Szene am Samstagabend einen 27-Jährigen angriff und leicht verletzte.

Bei dem Verhafteten handelt es sich offenbar um Matthias Drewer, Mitglied der Partei Die Rechte. Das geht unter anderem aus einer Mitteilung der Partei selbst hervor.

Jetzt lesen

27-Jähriger mit Pfefferspray angegriffen

Wie die Polizei schildert, war Drewer am Samstagabend gegen halb elf in einer Dreiergruppe in Dorstfeld unterwegs. In der Nähe eines Kiosks am Dorstfelder Hellweg soll die Gruppe einen 27-Jährigen und seine Begleiterin (22) aufgefordert haben, „die Örtlichkeit zu verlassen“.

Die beiden hätten sich daraufhin tatsächlich entfernt, zwei Personen der Dreiergruppe verfolgten den 27-Jährigen und die 22-Jährige jedoch, so die Mitteilung. Als die zwei stehen blieben, holte einer der Angreifer den bisherigen Erkenntnissen zufolge ein Pfefferspray hervor und sprühte damit in Richtung des Gesichts des 27-Jährigen. Der wurde durch den Angriff leicht verletzt.

Zwei Rechte festgenommen

Eine Polizeistreife nahm daraufhin die Verfolgung auf und nahm die zwei Männer, Drewer und seinen Begleiter, in Gewahrsam. Weil der Angriff für Drewer ein Verstoß gegen Bewährungsauflagen bedeutete, verhängte ein Richter noch am Wochenende Untersuchungshaft gegen ihn.

Die Dortmunder Neonazis reagierten nicht nur in den sozialen Netzwerken auf die Festnahme. Sie verlegten auch ihre für Montagabend (14.10.) geplante Demonstration durch die Nordstadt ins Gerichtsviertel - offenbar um im Bereich der JVA gegen die Untersuchungshaft protestieren zu können.

Die Organisatoren der vielen Gegenprotest-Aktionen reagierten wiederum auf die Planänderung der Nazis. Die Route der Gegendemonstranten führt nun ebenfalls ins Gerichtsviertel.

Die Festnahme von Drewer ist schon der zweite Schlag für die Neonazis in Folge. Sascha Krolzig, Partei-Bundesvorsitzender, verlor am vergangenen Donnerstag (10.10.) am Landgericht Bielefeld einen Berufungsprozess. Er muss aller Voraussicht nach sechs Monate hinter Gittter, weil er den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold antisemitisch beleidigt hat.

Lesen Sie jetzt
Protestzug durch Dortmund

Rund 2000 Demonstranten: Neonazis und Gegenprotest sorgen für Polizeigroßeinsatz

Rund 2000 Menschen haben am Montagabend eine Kundgebung von Neonazis gestört und gegen Rechtsextremismus protestiert. Die Neonazis hingegen ließen auf sich warten.

Lesen Sie jetzt