Bekommt Thyssen-Krupp-Steel eine neue Anlage?

Westfalenhütte

Bei Thyssen-Krupp-Steel denkt man über die Errichtung einer neuen Anlage zur Feuerbeschichtung von Stahlblechen in Duisburg oder Dortmund nach. Eine solche Investition im dreistelligen Millionenbereich würde den Dortmunder Standort auf der Westfalenhütte weiter festigen, sagt Betriebsrats-Chefin Sabine Birkenfeld.

DORTMUND

, 09.05.2017, 10:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine Feuerbeschichtungsanlage (FBA 8) gibt es auf der Westfalenhütte (1300 Mitarbeiter) bereits: Sie dient zur Bearbeitung von Stahlblechen für die Autoindustrie. Weil die Autohersteller großen Bedarf haben, gibt es die Überlegungen für den Bau einer weiteren Anlage, die laut Birkenfeld einen „Technologiesprung“ bedeuten würde.

Für die Dortmunder Betriebsrats-Vorsitzende liegt die Sache auf der Hand: „Wir haben hier jahrelang bewiesen, dass wir es können. Und wenn es eine neue Anlage gibt, dann wollen wir die natürlich auch hier haben.“

Entscheidung gefallen?

Dass der Konzern seine Überlegungen öffentlich bestätigt hat, ist für Birkenfeld ein Zeichen dafür, dass die Entscheidung für das neue Werk bereits gefallen ist. Die Frage wäre dann nur noch, wohin es kommt – und wann. Ein Sprecher von Thyssen-Krupp-Steel sagte am Montag auf Anfrage, die Entscheidung sei noch nicht gefallen, „sie steht auch nicht kurz bevor“. 

Man sehe die starke Nachfrage am Markt, allerdings handle es sich auch um eine „erhebliche Investition“. Zum Vergleich: Die 2001 eingeweihte FBA 8 kostete 128 Millionen Euro. Günstiger dürfte eine neue, modernere Anlage kaum sein.

Arbeitsplätze

Zur Zahl der Arbeitsplätze, die mit einer neuen Anlage verbunden wären, mochte der Thyssen-Krupp-Sprecher am Montag „so pauschal“ nichts sagen. Beim Betriebsrat würde man mit rund 100 neuen Arbeitsplätzen rechnen. Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann warb am Montag  für Dortmund als Standort des möglichen neuen Werkes.

Hier seien bekanntlich viele Industriejobs verloren gegangen – nun könnten neue, hochwertige Jobs geschaffen und gleichzeitig die vorhandenen langfristig gesichert werden. Die Westfalenhütte habe mit dem Thyssen-Krupp-Werk „immer noch ein Herz aus Stahl. Und es wäre gut, wenn dieses Herz nun eine zweite Herzkammer bekommt.“

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