Benjamin Brekau junior kommt heute nach Hause

DORTMUND Benjamin nuckelt zufrieden am Finger seiner Mutter. „Du kleiner Vampir“, sagt Melanie Brekau (26) zärtlich und lächelt. Die Geburt ihres Sohnes macht für die Witwe des in Heiligendamm tödlich verunglückten Polizisten Benjamin Brekau (27) den Kummer erträglicher.

von Von Gaby Kolle

, 11.07.2007, 10:34 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am späten Sonntagabend tat der kleine stramme Junge in der Frauenklinik des Klinikums seinen ersten Schrei. Die Geburt war – nicht nur an den Umständen gemessen – schwer, der Kaiserschnitt nach 24 Stunden schon angepeilt, erzählt Ilona Meyer, die Schwiegermutter der Witwe.

Schließlich ging‘s auch so. Melanie Brekau ist an erster Stelle der Hebamme Mareike König dankbar: „Sie hat über ihre Dienstzeit hinaus die Geburt begleitet.“ In der Klinik, seien sie und Benjamin überaus freundlich behandelt worden: „Die sind alle hier ganz toll“.

Benjamin fängt laut zu schreien an. Er hat die Windeln voll. „Guck mal, wie die Unterlippe zittert“, sagt die Oma zu ihrem Mann Ingo Meyer, der mit ihr am Wochenbett der Schwiegertochter sitzt. In dem kleinen Einzelzimmer auf der Entbindungsstation herrscht viel Trubel. Freunde und Verwandte schauen vorbei, wollen Mutter und Kind alles Gute wünschen.

Die Anteilnahme nach dem Tod von Benjamin Brekau ist nach wie vor groß und gilt neben den Eltern und der Witwe auch Benjamin junior, der seinen Vater nie selbst kennen lernen wird. Doch seine Mutter wird ihm alles von ihm erzählen, damit er so stolz ist auf seinen Vater wie sie auf ihren Mann, den sie nur zwei Monate nach der Hochzeit verloren hat.

Doch Melanie Brekau wirkt stark. Sie hat eine Familie – Eltern und Schwiegereltern – die geschlossen hinter ihr steht. Und sich daran freut, dass die junge Frau trotz ihres Leids so viel Freude an ihrem Kind hat.

Heute wird die kleine Familie, der ein wesentlicher Teil entrissen wurde, nach Hause kommen, wo für die Ankunft von Benjamin junior schon alles vorbereitet ist – für glücklichere Tage, denen die tiefe Trauer irgendwann weichen muss.

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