Beratungsstelle hilft in Dortmund 41 Neonazi-Opfern

Back-Up

Verbote von Neonazigruppen wirken - das ist eine Schlussfolgerung, die die Opferberatungsstelle "Back up" am Montag bei einer Bilanz gezogen hat. Ein weiterer Punkt: In Westfalen gibt es nirgends so viele Opfer der Rechtsradikalen wie in Dortmund.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 15.04.2013, 15:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein bewegender Augenblick: Die Witwe des ermordeten Mehmet Kubasik legt an der Gedenktafel vor dem Tatort auf der Mallinckrodtstraße wehklagend eine Rose nieder. Die Ermordung Kubasiks war eine der schlimmsten Gewalttaten von Neonazis in Dortmund.

Ein bewegender Augenblick: Die Witwe des ermordeten Mehmet Kubasik legt an der Gedenktafel vor dem Tatort auf der Mallinckrodtstraße wehklagend eine Rose nieder. Die Ermordung Kubasiks war eine der schlimmsten Gewalttaten von Neonazis in Dortmund.

Das berichtete am Montag die wissenschaftliche Leiterin von „Back Up“, Claudia Luzar in einem Rückblick auf 2012. Die Beratungsstelle betreute im vergangenen Jahr in Dortmund 41 Opfer rechtsextremistischer Straftaten. Im Raum Westfalen sind es inzwischen über 130.Claudia Luzar fliegt im Mai nach München, um die Tochter des 2005 in Nürnberg ermordeten NSU-Opfers Ismail Yasar beim Prozess gegen Beate Zschäpe zu begleiten - der Prozessauftakt ist wegen der neuen Vergabe für Journalisten-Plätze verschoben worden.

 Die rechtsextremistische Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) war im November 2011 aufgeflogen, obwohl Verfassungsschutz-Organisationen schon lange über Mitglieder der Terrorzelle informiert waren. Im gleichen Monat eröffnete „Back Up“ am Königswall eine Beratungsstelle für die Opfer von Nazi-Gewalt und -Psychoterror. Das Land NRW unterstützt die Berater mit 300.000 Euro.  Die Opferberater arbeiten eng mit der Polizei und antifaschistischen Initiativen zusammen. Dennoch übt Claudia Luzar Kritik: „Polizei und Justiz erkennen nicht immer das politische Tatmotiv. Das führt zu einem Vertrauensverlust bei den Opfern.“

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