Besetzung von neuer Stabsstelle „Markenkern Dortmund“ hat ein politisches Geschmäckle

rnAußendarstellung der Stadt

Die Stadt stellt ihre Außendarstellung neu auf. Eine eigene Stabsstelle soll künftig den „Markenkern Dortmund“ bewerben. Doch einer Personalie haftet dabei ein politischer Geschmack an.

Dortmund

, 22.12.2018, 04:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als in der vergangenen Woche der Verwaltungsvorstand hinter verschlossenen Türen tagte, beschloss dieses ranghöchste städtische Verwaltungsgremium eine Neuerung: Eine neue Stabsstelle soll als Organisationseinheit den „Markenkern“ der Stadt Dortmund besser als bisher nach außen transportieren.

Die Schwerpunkte liegen, so schreibt die Stadt auf Anfrage, „auf den Arbeitsfeldern Marketing, Imagepflege und -werbung sowie in Public Relations und Kommunikation“. Die Positionierung der Stadt „im bundesweiten, kommunalen Wettbewerb dient dazu, Menschen und Investoren zu gewinnen oder langfristig an den Standort zu binden und die Potenziale und Stärken der Stadt zu vermarkten“.

„Dortmund überrascht dich“

In Dortmund erledigten diese Aufgaben bisher mehrheitlich eine städtische Pressestelle sowie die Dortmund-Agentur (von ihr ist die Kampagne „Dortmund überrascht Dich“). 2,5 Stellen werden aus der Dortmund-Agentur in die neue Stabsstelle überführt, die im ersten Quartal 2019 ihre Arbeit aufnehmen soll. Eine weitere Planstelle soll neu eingerichtet werden, um die Kampagne „Dortmund überrascht dich“ weiterzuführen.

Für die neue Stabsstelle gibt es bereits einen Leiter: Thomas Kampmann, ein ehemaliger Journalist, der in den vergangenen sieben Jahren eine steile Karriere in der Verwaltung hingelegt hat. Der Mann wechselte, nachdem er 2009 Wahlkampfhelfer für Oberbürgermeister Sierau war, 2011 in die Pressestelle der Stadt. 151 Bewerbungen gab es damals für diese Stelle.

Sechs Personen gehaltstechnisch hochgestuft

Im Sommer 2013 dann wurde der Mann Sprecher der Wirtschaftsförderung. Eigentlich wäre dieser Wechsel über zwei Gehaltsstufen hinweg im öffentlichen Dienst nicht möglich gewesen. Doch der Mann sowie fünf weitere Kollegen wurden gehaltstechnisch hochgestuft. Während Sierau damals von „Koinzidenz“ sprach, gab es Widerspruch aus der Politik: Von einem „goldenen Handschlag“ und von einer „Kollektivbeförderung“ für den Erhalt des Gehaltsgefüges war die Rede.

Versetzung nach nur 16 Monaten

Bereits sechzehn Monate später dann stand im September 2014 der nächste Wechsel des Mannes an: Er wurde in die Dortmund-Agentur versetzt. Dem Vernehmen nach hatte es in der Wirtschaftsförderung nicht so funktioniert, wie es hätte funktionieren sollen.

Jetzt also ist der Mann für den „Markenkern Dortmund“ verantwortlich. Ihn prädestiniere, sagt die Stadt auf Anfrage, dass er die Imagekampagne „Dortmund überrascht Dich“ in den vergangenen Jahren „federführend und erfolgreich vorangetrieben“ habe. Verschiedene Kandidaten für diese Leitungsstelle habe es nicht gegeben, auch ausgeschrieben sei sie nicht worden, denn die Verlagerung von Planstellen, so die Stadt, liege in der Verantwortlichkeit des Oberbürgermeisters.

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