Corona-Schutzimpfung

Besondere Impfaktion in der Nordstadt: „Mehr Platz als im Impfzentrum“

Das Dietrich-Keuning-Haus an der Leopoldstraße verwandelt sich am Samstag (2.10.) in ein Corona-Impfzentrum für die Nordstadt. Die Organisatoren haben dabei besonders eine Zielgruppe im Blick.
Ärztin Fatma Michels (l.) und Zümrüt Ekiz von der Schule am Hafen hoffen auf möglichst großen Andrang bei der Impfaktion im Dietrich-Keuning-Haus. © Oliver Volmerich

Seit Donnerstag (30.9.) ist das Impfzentrum auf Phoenix-West geschlossen. Doch die Corona-Schutzimpfungen gehen nicht nur in den Arztpraxen weiter. Das Dietrich-Keuning-Haus wurde am Samstag (2.10.) zu einem kleinen Impfzentrum speziell für die Nordstadt.

Die Bedingungen sind ideal: Viel Platz ist in der Agora des Begegnungszentrums an der Leopoldstraße, um die Impfanmeldung auszufüllen. Geimpft wird in einem Nebenraum. Auch beim Checkout gibt es einen großzügigen Wartebereich. „Man hat hier mehr Platz als im Impfzentrum“, stellt Fatma Michels fest.

Viel Platz ist in der Agora des Keuning-Hauses für die Anmeldung zur Impfaktion. © Zümrüt Ekiz © Zümrüt Ekiz

Die Frauenärztin aus Körne war am Samstag mit mehreren Kolleginnen und Kollegen als Impfärztin im Einsatz – alle mit Migrationshintergrund. „Man hat dann einen anderen Zugang zu den Menschen hier in der Nordstadt“, stellt Fatma Michels fest.

Hauptzielgruppe der Impfaktion waren die Schülerinnen und Schüler von drei Nordstadt-Schulen – der Schule am Hafen, von der die Initiative ausging, vom Helmholtz-Gymnasium und der Gertrud-Bäumer-Realschule. Man hoffe, dass sich von jeder Schule mindestens 200 Schülerinnen und Schüler impfen lassen, erklärte Fatma Michels das Ziel. „Und ist wichtig, gerade Jugendliche zu erreichen.“

Aber auch alle anderen Nordstadt-Bewohner sind bei der Impfaktion willkommen. Ein älteres Ehepaar, das eigentlich eine Ausstellung im Keuning-Haus besuchen wollte, nutzte so die Gelegenheit für die Drittimpfung. „Überwiegend haben wir aber Erstimpfungen“, berichtet Michels. Gut 50 Impfwillige kamen in den ersten zwei Stunden, bilanzierte die Medizinerin am Mittag. Aber erfahrungsgemäß kämen die meisten erst nach 12 Uhr.

Unabhängig von der Schließung des Impfzentrums seien solche niedrigschwelligen Angebote wie im Keuning-Haus, mit der die Impfung gewissermaßen zu den Menschen kommt, wichtig, erklärt Fatma Michels.

Die (Haupt-)Schule am Hafen hatte schon Ende Juni eine Impfaktion mit dem Vakzin von Johnson&Johnson organisiert, berichtet Zümrüt Ekiz, Lehrerin an der Schule am Hafen und eine der Mitorganisatorinnen der Aktion.

Ein Team aus ehrenamtlichen Helfern unterstützt die Impfaktion, wie hier bei der Anmeldung. © Zümrüt Ekiz © Zümrüt Ekiz

Jetzt folgte die zweite Aktion mit dem Biontech-Impfstoff. Viele Lehrer, Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter seien ehrenamtlich im Einsatz. „Das ist ein tolles Team“, freut sich Zümrüt Ekiz.

Vor dem Start der Impfaktion im Keuning-Haus: Tobias Zabel (l.) als Konrektor der Schule am Hafen, DKH-Leiter Levent Arslan und die verantwortliche Ärztin Fatma Michels. © Zümrüt Ekiz © Zümrüt Ekiz

Der Verwaltungsaufwand ohne das Impfzentrum im Hintergrund sei sehr hoch, berichtet Fatma Michels. „Es ist viel Arbeit. Aber ich bin überzeugt von den Impfungen. Sie sind die einzige Möglichkeit aus der Pandemie rauszukommen“, sagt die Medizinerin.

Für den 30. Oktober ist deshalb die nächste Impfaktion im Keuning-Haus geplant. Sie kann für die Zweitimpfung nach dem Termin von Samstag genutzt werden, erklärt Zümrüt Ekiz. „Aber es sind weiter auch Erstimpfungen möglich.“