Besuchsdienst im Knappschaftskrankenhaus braucht Nachwuchs

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Wer im Krankenhaus liegt, macht eine schwere Zeit durch. Die Mitarbeiter des ehrenamtlichen Besuchsdienstes helfen, diese Zeit angenehmer zu gestalten. Sie suchen Verstärkung.

Brackel

, 04.04.2019, 18:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der ehrenamtliche Besuchsdienst im Knappschaftskrankenhaus würde gern weitere Mitglieder aufnehmen. Derzeit besteht er aus 14 Frauen und einem Mann, die sich die Arbeit auf den zwölf Stationen des Brackeler Krankenhauses teilen. „Jeden Dienstag besuchen wir die Patienten“, sagt Leiterin Angela Nowotny (68), „früher sind wir zu zweit auf jede Station gegangen, heute muss das meist einer allein machen.“

Natürlich gebe es Patienten, die keine Betreuung wollen. „Hauen Sie ab, wir wollen Sie nicht“, sei auch schon mal zu hören, wenn sie ein Krankenzimmer betrete, aber der allergrößte Teil wünsche einen Besuch der ehrenamtlichen Helferinnen. Die Bedürfnisse können dabei ganz unterschiedlich sein. Manche wollen einfach nur ihr Herz ausschütten. Da sei es gar nicht so wichtig, dass man selbst viel zur Unterhaltung beitrage, sagt Angela Nowotny, man müsse einfach nur zuhören können. Natürlich komme es dabei zu emotionalen Situationen - zum Beispiel wenn gerade jemand erfahren habe, dass er einen bösartigen Tumor hat.

Zeitschriften, Saft und Zigaretten

Aber die Bedürfnisse der Patienten können auch einfacherer und praktischerer Natur sein. Manche können nicht allein ihr Frühstücks-Brötchen schmieren, andere bitten die Helferinnen darum, eine Zeitschrift oder einen Saft zu besorgen. Bei Letzterem frage sie übrigens das Pflegepersonal. Schließlich gebe es auch Patienten, die wegen ihrer Diabetes gar keinen Saft trinken dürfen.

Nowotny sagt: „Auch Zigaretten besorgen wir, wenn es gewünscht wird. Natürlich nicht für Lungenpatienten.“ Von Ärzten und Pflegepersonal bekomme sie jedenfalls sehr viel positive Rückmeldung. Dienstags, wenn der Besuchsdienst komme, seien die Patienten viel entspannter als an anderen Tagen. Und auch die Patienten selbst betonen oft, wie sehr ihnen der Besuchsdienst geholfen habe.

Ein solches Herz verschenken die Helferinnen an die Patienten. Es hilft.

Ein solches Herz verschenken die Helferinnen an die Patienten. Es hilft. © Andreas Schröter

Nicht geeignet für die Mitarbeit im Team seien Menschen, die einen Patientenbesuch dazu benutzen, um von ihren eigenen Krankheiten zu berichten, das wolle ein Patient nicht hören. Wenig hilfreich sei auch, allzu emotional an die Sache heranzugehen. Es bringt einem Patienten wenig, wenn der Helfer selbst ständig in Tränen ausbricht. Einmal habe eine Helferin zu sehr ihre Religion in den Vordergrund gestellt. „Wir haben keinen religiösen Hintergrund“, sagt Angela Nowotny. Das gelte übrigens für alle Religionen - egal ob Christentum, Islam oder etwas anderes.

Neue Helfer sind willkommen

Wer beim ehrenamtlichen Besuchsdienst, der übrigens offiziell sogar als Verein organisiert ist, mitmachen will, wende sich telefonisch an 9 22 19 99. Dort läuft ein Anrufbeantworter, den Angela Nowotny täglich abhört.

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