Betonsperren sollen Dortmunder Weihnachtsmarkt sichern

Schutz gegen Anschläge

Nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz 2016 wird der Dortmunder Weihnachtsmarkt dieses Jahr verstärkt gesichert: Neben einem LKW-Verbot auf den Straßen innerhalb des Walls von 13 bis 23 Uhr werden an 15 Stellen Betonsperren aufgebaut. Und das ist nur ein Teil des Sicherheitskonzepts.

DORTMUND

, 20.11.2017, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz 2016 patrouillierten bereits vergangenes Jahr schwer bewaffnete Polizisten an den Weihnachtsmarkt-Ständen der Dortmunder City

Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz 2016 patrouillierten bereits vergangenes Jahr schwer bewaffnete Polizisten an den Weihnachtsmarkt-Ständen der Dortmunder City © Foto: Peter Bandermann

Das hätte sich Hans-Peter Arens niemals träumen lassen. „Sein Markt“ muss nach dem Anschlag in Berlin im vergangenen Jahr jetzt zum Hochsicherheitsbereich aufgerüstet werden.

Der Mitorganisator eines der größten Weihnachtsmärkte Deutschlands mit fast vier Millionen Besuchern jährlich überblickt seit fast 70 Jahren die Geschichte der adventlichen Großveranstaltung in Dortmund.

Sicherheitskonzept ohne die Stadt nicht mehr zu stemmen

Seit 40 Jahren gehört Schausteller Arens selbst zu den Verantwortlichen des Marktes. 70 Stände hatte der Markt damals, heute sind es mehr als 300. „Ohne Unterstützung der Stadt ist das jetzt erforderliche Sicherheitskonzept nicht mehr zu stemmen“, sagt Arens, der Ehrenpräsident im Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute ist.

Groß besetzt wie nie war am Montag wegen der aktuellen Aufrüstung in Sachen Sicherheit die jährliche Pressekonferenz im Rathaus zum Weihnachtsmarkt: Vertreter von Feuerwehr und Polizei, Tiefbau- und Ordnungsamt stellten das Konzept vor:

  • Innerhalb des Walls sind alle Straßen vom 23. November (Donnerstag) bis 30. Dezember (Samstag) zwischen 13 und 23 Uhr für Lastwagen gesperrt.

  • 15 Betonsperren à 2,5 Tonnen mit einem Antirutschboden werden aufgebaut sowie so genannte Betonleitwände in einer Höhe von 70 Zentimetern als Flächenschutz.

  • Acht Sperren davon bestehen aus einer Kombination aus Betonblock und „bemanntem“ LKW, um schnell Rettungswege zu schaffen.

  • Die Sperren werden farblich gestaltet, genauer gesagt: sie werden gelb gestrichen und sie jeweils in der Mitte mit einem Weihnachtsbaum dekoriert.

  • Zu den Bereichen, in denen die Sperren aufgestellt werden, gehören die Kleppingstraße, der Brüderweg bis vor den Reinoldi-Pylon, die Kampstraße bis zum Westentor, die Straße Rosenthal und die Hansastraße.

  • Die Gesamtkosten für die technische Aufrüstung liegen bei knapp 40.000 Euro. Allein 22.000 Euro davon entfallen auf die Betonblöcke, aber Ulrich Finger vom Tiefbauamt sieht dies als Investition in die Zukunft: „Wir werden sie auch zukünftig bei Großveranstaltungen benutzen müssen.“

  • Polizei und Stadt verstärken ihre Personalpräsenz erneut. Neben der gemeinsamen Citywache von Polizei und Ordnungsamt (Reinoldistraße 17-19, montags bis samstags von 9 bis 20.30 Uhr, sonntags 12 bis 20.30 Uhr) und der mobilen Wache vor dem Geschäft Wormland werden verstärkt Einsatzkräfte in Uniform und Zivil an allen Marktstandorten unterwegs sein. Polizeidirektor Edzard Freyhoff kündigt an: „Die Besucher werden auch Kräfte mit Maschinenpistolen und Schutzwesten sehen.“ Die Sicherheit des Weihnachtsmarkts habe oberste Priorität für die Polizei.
Zum Weihnachtsmarkt sollte jeder Besucher möglichst mit Bussen und Bahnen anreisen. Die Ordnungskräfte achten vermehrt auf verbotswidriges Parken, vor allem an Feuerwehrzufahrten und Verbotszonen. Der Wochenmarkt zog um zum Friedensmarkt, freitags ist er an der Hansastraße.
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Die Leistungen des BVB muss man sich ja momentan eher schöntrinken - und auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt können Fans das ab Donnerstag in den Farben ihres Vereins machen: Die 2017er-Tasse des Weihnachtsmarkts Von Thomas Thiel, Ulrike Boehm-Heffels

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