Betrug, Geldwäsche und kaum ehrbare Unternehmer

Wirtschaftskriminalität

DORTMUND Wirtschaftskriminalität hat viele Gesichter. Und sie nimmt stark zu. Zwei, die dagegen angehen wollen, informierten jetzt in der Kommende über Betrug, Geldwäsche und ehrbare Unternehmer, die schwer zu finden sind.

von Von Peter Bandermann

, 06.03.2010, 05:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dr. Helmut Fuhrmann, Ankläger der Schwerpunktstaatsanwaltschaft gegen Wirtschaftskriminalität in Bochum.

Dr. Helmut Fuhrmann, Ankläger der Schwerpunktstaatsanwaltschaft gegen Wirtschaftskriminalität in Bochum.

Beide informierten nun über einen lukrativen Nebenerwerb, der, so Riegel, jährlich einen Schaden von 50 bis 100 Milliarden Euro anrichtet. „Gemessen an einem Bundeshaushalt mit bis zu 280 Milliarden ist das viel“, rechnete Riegel vor. Ob „Kölscher Klüngel“, Schmiergeld bei Siemens oder Parteispenden – der Korruptionswächter nahm kein Blatt vor den Mund und richtete scharfe Worte an die Bundestags-Abgeordneten und gegen die Justiz. Oberstaatsanwalt Dr. Helmut Fuhrmann skizzierte, mit welcher Präzision korrupte Steuerberater und kriminelle Unternehmer eine Firma nach der anderen gründen, um Schwarzarbeit zu ermöglichen, Betrug zu begehen, Bilanzen zu fälschen und Kredite zu ergaunern. Fuhrmann sprach von einer „Subkultur, die mit dem realen Leben nichts zu tun hat.

Was die kriminelle Energie in Firmen angeht, war er sich mit Riegel einig – der hatte gesagt: "2005 und 2006 wurde gegen 16 von 30 Dax-Konzernen ermittelt.“ Die Korruption reiche „runter bis zum Polier: Jeder nimmt, was er kriegen kann.“ Erbost stellte eine Zuhörerin fest, dass ein „ehrbarer Kaufmann“ sich so etwas früher nicht zu Schulden lassen kommen habe. Alles andere sei eine Charakterschwäche. Über „ehrbare Unternehmer könne er als Oberstaatsanwalt nicht viel sagen, so Dr. Fuhrmann. „Die gehören nicht zu meinem Kundenstamm.“

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