Bewährungsstrafe nach Grabsch-Attacke am Hauptbahnhof

Sexueller Übergriff

Zwölf Tage nach den Kölner Silvester-Exzessen hat ein irakischer Asylbewerber am Dortmunder Hauptbahnhof eine junge Frau sexuell bedrängt. Am Freitag wurde der 28-Jährige vom Amtsgericht zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Untersuchungsgefängnis durfte er nach drei Monaten wieder verlassen.

DORTMUND

08.04.2016, 13:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bewährungsstrafe nach Grabsch-Attacke am Hauptbahnhof

Der Nordausgang des Hauptbahnhofs.

Am frühen Morgen des 12. Januar war der Angeklagte im Hauptbahnhof auf eine stark unterzuckerte Diabetikerin getroffen. Er gaukelte der Frau vor, sie beim Gehen stützen zu wollen. Tatsächlich drängte er sie jedoch zum Nordausgang, presste sie dort gegen eine Mauer, küsste sie gegen ihren Willen und griff ihr in den Schritt.

Iraker bat um Verzeihung

Im Prozess bat der Iraker für seinen Übergriff um Verzeihung. "Eigentlich wollte ich die Frau beklauen", sagte er. Und seine Verteidigerin Ina Klimpke ergänzte: "Die sexuellen Handlungen waren als eine Art Ablenkungsmanöver gedacht."

Staatsanwalt Michael Füllkrug fand in seinem Plädoyer deutliche Worte: "Sie haben das Gastrecht der Bundesrepublik Deutschland auf übelste Weise missbraucht. Sie sollten sich schämen", sagte der Anklagevertreter. Richterin Elisabeth Hoppen-Wagner schloss sich diesen Worten in der Urteilsbegründung an: "Wir sind entsetzt, über das, was hier geschehen ist", sagte sie.

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