Beweisvideo mit Erlaubnis der Staatsanwaltschaft geschnitten?

Hirsch-Q-Prozess

Im Prozess um den Neonazi-Angriff auf die linke Szene-Kneipe „Hirsch Q“ stehen schwere Vorwürfe gegen die Dortmunder Staatsanwaltschaft im Raum. Angeblich hat die Behörde erlaubt, ein wichtiges Beweisvideo zu manipulieren. Jetzt soll eine Ex-Oberstaatsanwältin in den Zeugenstand.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 21.11.2013 / Lesedauer: 2 min
Beweisvideo mit Erlaubnis der Staatsanwaltschaft geschnitten?

Ein Polizist vor der "Hirsch-Q"-Bar auf der Brückstraße.

Am Montag soll die Beamtin als Zeugin vor dem Landgericht aussagen. Aktuell will die Staatsanwaltschaft keine Stellungnahme abgeben.Sollten sich die Behauptungen des Kneipen-Betreibers als wahr herausstellen, müsste sich die Staatsanwaltschaft unangenehme Fragen gefallen lassen. In den Akten finden sich nämlich keinerlei Hinweise darauf, dass der Wirt mit der Staatsanwaltschaft besprochen haben könnte, er wolle das Video schneiden, um die Identität seiner Gäste zu schützen. Auch von einer erteilten Erlaubnis ist offenbar an keiner Stelle in den Akten die Rede.

Tatsache ist, dass den Richtern inzwischen die Komplett-Version der Überwachungs-Videos vorliegt. Ob diese möglicherweise einen gänzlich anderen Tathergang zeigen, ist bisher nicht bekannt. Die zehn Angeklagten behaupten seit Prozessbeginn, dass der Angriff in der Nacht des 12. Dezember 2010 gar nicht von ihnen, sondern aus der „Hirsch Q“ heraus erfolgt sei.   

Lesen Sie jetzt