Bienen-Automat in Hombruch: Reaktionen aus ganz Deutschland

rnNaturschutz Dortmund

Erst kam der Witze-Automat, jetzt kann man sich in Hombruch Futter für Bienen am Automaten ziehen. Der Macher, Sebastian Everding, hat schon weitere Ideen.

Hombruch

, 25.10.2019, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sebastian Everding hatte im Juli den deutschlandweit zweiten Witze-Automaten an der Tannenstraße in der Hombrucher City angebracht und damit bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Neuer Kasten ein paar Meter weiter

Seit dem 15. Oktober hängt nun ein paar Meter weiter ein neuer Kasten. Das Konzept hinter dem gelben Kasten mit der Aufschrift „Bienenfutter-Automat“ ist einfach und kommt gut an. Nicht nur bei den Passanten in Hombruch, sondern in ganz Deutschland. Stehenbleiben, gucken, lesen, eine Münze einwerfen, drehen und was Gutes tun.

„Vor ungefähr zwei Monaten, als ich mit meiner Freundin über den Erfolg des Witze-Automaten gesprochen habe, hatte sie die Idee, etwas für Bienen zu tun“, sagt Everding.

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Alles Weitere habe er dann in die Wege geleitet. Wenn er sich etwas vornimmt, wolle er es auch schnell umsetzen, sagt der 36-Jährige. Und so hat es nicht lange gedauert, ehe aus einem ausrangierten Kaugummi-Automaten ein knallgelber Kasten für den Naturschutz geworden ist. Everding selbst nennt ihn auch liebevoll „Weltverbesserungsautomat“.

Bienen-Automat in Hombruch: Reaktionen aus ganz Deutschland

Eine Frühlingskrokus-Zwiebel gibt es für 50 Cent, eine Samenmischung kostet 20 Cent. © Michael Nickel

Das Gehäuse ist zweigeteilt. Die linke Kammer enthält eine Spezial-Blühmischung für viele Wild- und Honigbienenarten. Die Aussaat ist ab April möglich. Im rechten Fach gibt es Frühlingskrokus-Zwiebeln, die jetzt noch gepflanzt werden können, solange der Boden frostfrei ist.

Noch gibt es keine plastikfreie Lösung

Jede Portion rollt in einer kleinen Plastikkugel aus der Kammer. „Wenn jemand eine Idee hat, wie das ohne Plastik geht, kann er sich sehr gerne melden“, sagt Everding.

Bislang habe er noch keine Alternative gefunden. Daher hat er neben dem Automaten einen alten Briefkasten angebracht, in den die leeren Kugeln nach Gebrauch zurückwandern. So wie schon beim Witze-Automaten.

Der werde laut Everding eher von älteren Menschen genutzt, während der Bienenfutter-Automat vor allem Familien mit Kindern anziehe.

Bienen-Automat in Hombruch: Reaktionen aus ganz Deutschland

Die Frühlingskrokus-Zwiebel kann man noch einpflanzen, bevor es frostig wird. © Michael Nickel

Wie zum Beweis kommen zwei Frauen mit einem Kind vorbei und werfen Münze um Münze in die Kammern, drehen den Hebel und bedanken sich bei Everding. Die Blühmischung kostet 20 Cent, die Zwiebel 50 Cent. Münzeinwurf nur passend. Je nach Pflanzsaison soll die Befüllung des Automaten variieren.

Everding ist Inhaber einer ökologischen Hausverwaltung und Vermieter des Ganzheilt-Zentrums an der Tannenstraße. Dort bietet er ein Praxis-Sharing unter anderem für Heilpraktiker, Psychotherapeuten und Osteopathen an. Seine beiden Automaten hängen direkt vor der Haustür und vielleicht auch bald an ganz vielen anderen Orten zwischen Kiel und München.

Die Anfragen fürs nächste Projekt kommen aus ganz Deutschland

Denn sein nächster Plan sieht aufgrund der vielen Reaktionen eine Art Aufstellung in Serie vor. „Ich habe schon fünf feste Anfragen aus ganz Deutschland“, sagt er. Ein Imker aus Bayern sei dabei, ebenso Naturschutzverbände. Sie alle hätten auch gerne einen solchen Automaten bei sich stehen.

Und überhaupt würden sich vor allem Privatleute aus allen möglichen Regionen bei ihm melden. Die meisten loben das, was er gemacht hat, wenigen anderen geht das noch nicht weit genug angesichts von Insektensterben, Klimawandel und Nachverdichtung.

Die Gewinne fließen in ein Bienenprojekt

„Ich versuche so gut wie möglich auf Nachhaltigkeit zu setzen“, sagt Everding. Derzeit führe er noch Gespräche mit einem Automatenverkäufer, der einige seiner in die Jahre gekommenen Stücke loswerden will. Die gebrauchten Automaten, von denen er bereits einige andere auf Lager hat, lässt er aufbereiten und befüllen.

Für den Bienenfutter-Automaten hat er schnell Unterstüzter gefunden, so sind sowohl das Bildungsprojekt Bienenretter aus Frankfurt sowie das „Peta Zwei Streetteam“ mit Aufklebern auf dem gelben Kasten verewigt.

Gewinne aus dem Projekt sollen dabei als Spende an die Bienenretter fließen. Die größten Gewinner dürften aber ohnehin die Bienen selbst sein.

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