„Bier gegen Corona“: Dortmunderin ruft zum gemeinsamen Wochenendbier auf

rnCoronavirus

Mit den Kollegen nach der Arbeit ein Feierabendbier öffnen? Solche Szenen sind momentan kaum möglich. Doch Julia Könemann will nicht darauf verzichten und hat sich etwas einfallen lassen.

Dortmund

, 24.04.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Julia Könemanns Arbeitswoche endete jeden Freitag gleich: Zusammen mit den Kollegen versammelte sie sich um punkt 16 Uhr in einem der Büros und stieß mit einem Bier auf das kommende Wochenende an. Alternativ konnten sich Mitarbeiter auch mit einem Wein oder einer Cola dazusetzen. Das alles fällt nun weg: Könemann arbeitet für eine Fluggesellschaft. Sie und ihre Kollegen sind wegen der Corona-Pandemie in Kurzarbeit. Doch das Feierabendbier wollen sie sich trotzdem nicht nehmen lassen.

Auch ohne Arbeitsalltag hielten die Mitarbeiter ihre „Freitagstradition“ aufrecht: Um Punkt 16 Uhr posteten sie Fotos von ihrem Bier in die Whatsapp-Gruppe. In den Sozialen Medien verbreitete Könemann das gemeinsame Biertrinken weiter: Unter den Hashtags #BiergegenCorona und #BiermitJulia rief sie Bekannte und auch Fremde dazu auf, sich ihr und ihren Kollegen anzuschließen.

Von Dortmund bis Dubai: Immer mehr Leute schließen sich dem 16-Uhr-Bier an

Der Aufruf funktionierte: In einer Facebook-Gruppe schlossen sich weitere Nutzer an. Während vor vier Wochen nur sechs Leute virtuell anstießen, machen mittlerweile über 40 weitere Menschen mit. Darunter sind Mitglieder von einem Schützenverein in Düsseldorf und auch eine Freundin von Könemann, die in Dubai lebt, trinkt zeitversetzt mit. „Selbst mein Chef hat schon mitgemacht“, erzählt Könemann.

Jetzt lesen

Ein Bekannter von ihr fand die Idee eines gemeinsamen Getränkes um 16 Uhr so gut, dass er extra schnell zur Tankstelle gefahren sei, um ebenfalls ein Bier in der Hand zu haben, wenn Könemann und viele anderen sich von ihrem Zuhause aus zuprosten.

Brauereien unterstützen #BiergegenCorona

Es sei auch total egal, ob man mit Bier, Wein oder alkoholfreien Getränken mitmacht. „Man ist sich einfach nahe, ohne sich physisch nahe zu sein“, findet Könemann. So sei ein gemeinsames Getränk zum Wochenende auch während der Corona-Krise möglich. Die Brauereien freuen sich anscheinend auch über diese Freitagstradition: Könemann wurde bereits von zwei Brauereien kontaktiert. Diese wollten mehr über die Aktion wissen und beraten, ob sie das 16 Uhr Bier unterstützen wollen. In welcher Form, ließen sie jedoch offen.

Könemann ist sich sicher, dass die „Freitagstradition“ mit ihren Kollegen auch nach der Corona-Pandemie bleiben wird. Und sie hofft, dass sich auch dann noch Menschen außerhalb des Unternehmens beteiligen.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt