Bier-Tasting erklärt den Dortmunder Bierstil und Weltmeister-Bockbier

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Markus Maurer kehrte an seine alte Penne zurück. Um über Bier zu berichten. Sein Bier-Tasting im Gymnasium an der Schweizer Allee begeistert mit reinem Fiege-Pils und „Traditions-Adam“.

Aplerbeck

, 31.03.2019, 16:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwas wehmütig blickt Markus Maurer im farbig illuminierten Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums an der Schweizer Allee zurück. „2002 habe ich hier mein Abitur gemacht.“ Jetzt ist er Biersommelier und mit Ferdinand Laudage Eigentümer der Bieragentur Dortmund, berichtet „unabhängig“ über das Produkt, das Dortmund einst zu Weltruf verhalf.

„Ich war immer schon nach Bier verrückt“, gesteht der Experte. Das merken ihm die 32 Teilnehmer des Bier-Tastings mit sechs Sorten sowie dazu passenden Speisen der Fleischerei Zimmermann an. Maurer berichtet kompetent über Brauereien und unterhält mit lustigen Anekdoten rund ums Bier.

„Zum kräftigen Essen ein kräftiges Bier“, sagt er. Mit „IPA“, India-Pale-Ale, aus Oberhausen und das „Adam“ der Bergmann-Brauerei, der für den ersten Dortmunder Bierstil stehe, serviert er zwei mit 6,7 und 7,5 Prozent Alkoholgehalt „recht mächtige Biere“. Auch wenn der Starkbier-Weltrekord vom Deutschen Georg Tscheuschner gehalten werde. Mit seinem „Schorschbock 57 %“.

Kräftiges Bier schmeckt nicht allen

Während das heimische Produkt großen Anklang findet, scheiden sich beim britischen Ale, das einst nach Indien exportiert wurde, die Geister. Es riecht süß und fruchtig, ist im Abgang jedoch sehr mächtig. „Das war mir zu kräftig“, wenden einige Teilnehmerinnen ein. Deutlich besser kommen da das „Evinger Grubengold“, das Vormann in Hagen-Dahl herstellt, das hiesige Union-Jubiläums-Exportbier sowie das Bochumer Fiege-Pils weg. „Die haben mir sehr gut geschmeckt“, urteilt auch Christiane Weber. Die gesamte Veranstaltung, die vom Förderverein des Gymnasiums im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Schule ausgerichtet wird, lobt sie: „Das Tasting ist sehr gut.“

Zweifel am Reinheitsgebot

Ebenso ausgezeichnet sind die Ausführungen von Markus Maurer, der sich mit seinem Metier auch kritisch auseinandersetzt. „Das Deutsche Reinheitsgebot ist eine Mär.“ Statt nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser dürften Biere in Deutschland 64 Inhaltsstoffe enthalten. „Darunter sind auch Gips und Farbstoffe, die in Cola nicht enthalten sein dürfen“, sagt der Fachmann. Fiege sei in dieser Region die einzige Brauerei, die sich an das Reinheitsgebot halte, vor allem viel Hopfen verarbeite.

Bei 98 Prozent aller deutschen Biere werde lediglich Industriehopfen und dieser in immer geringeren Mengen verwendet. Das schmecke man, sagt er und trat in seiner ehemaligen Schule den Beweis an.

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