Biker wütend: Unbekannte räumen Trauerort ab

Nach Unfall auf B 236

Nur Stunden nach einer Gedenkfeier für zwei auf der B 236 tödlich verunglückte Motorradfahrer wurde der Trauerort auf dem Phoenix-West-Gelände abgeräumt. Fast 100 Biker waren aus ganz Deutschland gekommen, hatten Kerzen, Blumen und Kreuze niedergelegt. Nun rätseln sie, wer ihre Gedenkstätte kaputt gemacht hat.

HÖRDE

, 02.08.2017, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf Phoenix-West trauern Biker um zwei auf der B 236 verunglückte Motorradfahrer.

Auf Phoenix-West trauern Biker um zwei auf der B 236 verunglückte Motorradfahrer.

Am Sonntagabend gab es diesen schrecklichen Unfall in Lünen. Ein 20-jähriger Motorradfahrer und seine ein Jahr jüngere Beifahrerin – beide aus Bochum – waren beim Abbiegen von der B 236 auf die B 54 gegen eine Ampel gekracht und so schwer verletzt worden, dass sie starben.

Mehr als 80 Teilnehmer

„Die beiden gehörten zu unserer Gruppe, der Biker Street Scene“, erzählt Benjamin Mann. Er gehört in diesem lockeren, über Facebook gebildeten bundesweiten „Club“ von Motorrad-Enthusiasten zum Organisationsteam. Am Montagabend habe sich diese Gruppe auf Phoenix-West zu einer Trauerfeier getroffen. Warum Phoenix-West? „Weil das ein Treff für uns Biker und Tuner ist. Außerdem wäre ein Treffen am Unfallort nicht machbar gewesen – auch aus emotionalen Gründen“, sagt er. „Es waren sicher mehr als 80 Motorradfahrer da, aus ganz Deutschland, die meisten aus dem Ruhrgebiet.“

Stadtsprecher sagt: „Wir nicht“

Er selbst stammt aus Jena und reiste eigens zur Trauerfeier an. „Wir wollten trauern, haben Kerzen aufgestellt und die letzten Teile der Unfallmaschine. Wir wollten miteinander reden.“ Erst morgens gegen 5 Uhr seien die letzten gefahren. Als am Dienstagmorgen die ersten erneut am Trauerort eintrafen, sei alles weggeräumt gewesen: Kerzen, Blumen, Motorradteile. „Wer macht denn so einen Trauerort kaputt?“, fragt Benjamin Mann.

„Wir nicht“, sagt Michael Meinders, Pressesprecher der Stadt. Auch EDG oder der Grundstückeigentümer, NRW Urban, hätten nichts weggeräumt. Wenn es einen Trauerort gebe und der niemanden behindere, gehe man grundsätzlich sehr pietätvoll mit ihm um, sagte Meinders.

Gestern Nachmittag brannten wieder Kerzen auf Phoenix-West - für die beiden toten Biker.

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