Bilder, Musik und Abendsonne

Eving Ein wunderbarer Dreiklang erfüllte am Sonntagabend St. Marien.

10.09.2008, 16:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zur darstellenden Kunst in modernen Bildern und der Musik aus Renaissance und Barock gesellte sich die Abendsonne, die das Szenario durch die bunten Glasfenster der Kirche mit einem Lichtteppich beschenkte.

Die Künstlerin Anschi Pohlmann (Galerie und Kunstwerkstatt Westfalenhütte) zeigte in Acryl-Mischtechnik Frauengestalten der griechischen Mythologie und des afrikanischen Kontinents. Sanft und fließend sind die Farben ihrer Bilder. In ihren Werken wehte schon der Zauber der Melancholie, den auch die Musik ausdrückte.

Sehr homogen spielten und sangen Sandra Fülber (Sopran), Margarita Fonotova (Cello), Kevin Godden und Iris Hermann (Querflöte) sowie Hans Joachim Schmacke (Laute und Gitarre).

Vom englischen Komponisten John Dowland (1562-1626) erklangen sechs Werke, die schon fast in Vergessenheit geraten sind. Doch darin lag auch der Sinn dieser schönen Abendmusik, unbekannte Kompositionen großer Meister wieder einem interessierten Publikum zu zuführen.

Große künstlerische Reife strahlte die tragende Stimme von Sandra Fülber aus. Im weiten Kirchenraum verbreitete sich eine Atmosphäre von Wehmut, Ruhe und Besinnung, aber auch von starken Glücksgefühlen.

Ein weiteres Glanzlicht wurde mit dem Adagio und dem Allegro aus der Sonate a-moll von Michel Blavet (1730-1768) gesetzt.

Aus der Kantate 21 von Johann Sebastian Bach erklang "Seufzer-Tränen-Kummer-Not". Hier lag die Stimmung des Vortrags in der Dramatik, die nicht zu forsch, eher getragen erklang. So zeigte auch der Vortrag "Betörte Welt" aus Bachs Kantate Nr. 94, für Altstimme komponiert, die Reife und Wendigkeit von Fülbers Stimme.

In diese außerordentlichen Klangvariationen setzten Margarita Fonotova (Cello) und Kevin Godden (Gitarre) noch die "Air" hinzu. Dieser zweite Satz aus der Orchestersuite BWV 1068 war an diesem Abend der nachhaltigste Eindruck des instrumentalen Musizierens. WeFi

Dortmund am Abend

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