Bis zu 300 Straßenlaternen fielen Autofahrern zum Opfer

Verkehr in Dortmund

Weil nicht alle Autofahrer Leuchten im Straßenverkehr sind oder einfach mal einen Blackout haben, erwischt es immer wieder Straßenlaternen und Ampelanlagen. Die Rechnung für die Reparatur ist auch kein Grund zur Freude.

DORTMUND

, 30.10.2017 / Lesedauer: 3 min
Bis zu 300 Straßenlaternen fielen Autofahrern zum Opfer

Diese Laterne an der Silberstraße in der Innenstadt wurde von einem Auto beim Rangieren umgefahren. Bandermann © Foto: Peter Bandermann

Einmal nicht aufgepasst und die Einparkhilfe nicht eingeschaltet, und schon hat’s beim Rückwärtssetzen gerummst. Bis zu 300 Mal ziehen allein in diesem Jahr Straßenleuchten dabei den Kürzeren, schätzt die Stadtverwaltung auf Anfrage. Eine genaue Auflistung gibt es noch nicht. Aus dem Boden ragende Stümpfe mit rotem Flatterband – wie zurzeit vor der Thier-Galerie in der Silberstraße – zeugen von dem unfreundlichen Aufeinandertreffen.

Um solche Malheurs künftig zu vermeiden, prüfe das Tiefbauamt in jedem Einzelfall, ob die Laterne nicht besser an einer anderen, weniger unfallträchtigen Stelle leuchtet, berichtet Stadtsprecher Maximilian Löchter. Wie lange die Reparatur einer Straßenlaterne dauert, hängt davon ab, ob eine Leuchte auf einem herkömmlichen Mast umgefahren wurde oder ein Sondermodell dran glauben musste. Löchter: „Handelt es sich um Standardmasten mit Standardleuchten und gibt es vor Ort keine besonderen Erschwernisse, so kann die Erneuerung in zwei bis fünf Werktagen erledigt werden. Bei Sondermasten und Sonderleuchten kann dies länger dauern.“

Provisorische Beleuchtung nach Beschädigung

Ist die Laterne an einem besonderen Gefahrenpunkt demoliert worden, stellt das Tiefbauamt bis zur endgültigen Wiederherstellung fix eine provisorische Beleuchtung auf. Den Unfallverursacher oder seiner Vollkasko-Versicherung kommt der Crash mit dem Stadtmobiliar nicht ganz billig. „Die Reparaturkosten für die Wiederherstellung eines Leuchtenstandortes bei einem umgeknickten Standard-Laternenmast können inklusive der Erdarbeiten und der Kosten für die Arbeiten am öffentlichen Stromnetz bis zu 3000 Euro betragen“, sagt Maximilian Löchter. Der Ersatz der Sonderleuchten sei deutlich teurer.

Nicht ganz so häufig wie Laternen trifft es die Ampeln im Stadtgebiet. Nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit würden zehn bis 20 Ampelanlagen jährlich derart beschädigt, dass sie erneuert werden müssten, sagt der Stadtsprecher – und häufig das Fundament gleich mit. Ein- bis drei Mal pro Jahr müssten nach Unfällen auch ganze Steuergeräte ersetzt werden.

Ampelanlagen an unfallträchtigen Standorten kann man naturgemäß nicht so leicht versetzen wie Straßenlaternen. So gehört eine Ampel am Ostwall zu den besonders gefährdeten Lichtsignalanlagen. Weil ihr Mast wiederholt rasiert wurde, hat das Tiefbauamt zum Schutz des Mastes einen Felsbrocken davor gerollt.

Umgefahrene Laternen: Reparaturkosten von bis 4000 Euro

Die Reparatur einer unfallgeschädigten Ampel geht schneller als die einer Laterne und dauert laut Löchter je nach Schaden zwischen einigen Stunden und einer Woche: „Gegebenenfalls wird auch hier eine provisorische Signalanlage bis zur endgültigen Wiederherstellung installiert.“

Die Schadensbeseitigung bei einer Ampelanlage kostet mehr als bei einer Straßenleuchte – im Schnitt zwischen 2000 und 4000 Euro. Löchter: „Ist eine Signalanlage allerdings komplett zerstört, sind die Kosten um ein Vielfaches höher.“

Ampeln und Straßenleuchten Rund 650 Ampelanlagen regeln und sichern den Straßenverkehr in Dortmund. Die Stadt unterhält mehr als 50.000 Straßenlaternen im ganzen Stadtgebiet. Die Bandbreite reicht dabei von designorientierten Leuchten für Fußgängerbereiche bis zu hocheffizienten Leuchten für Verkehrsstraßen. Zurzeit werden die alten Leuchten nach und nach durch effizientere ersetzt.
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