Bis zu 500 Salafisten in der Innenstadt

Großeinsatz Polizei

Feindlich gesonnene Fußballfans aus Frankfurt und obendrein noch Salafisten - die Polizei ist an diesem Samstag (15.2.) auf der Hut. Durch ein Risikospiel in der Bundesliga und einem nicht weniger riskanten Demonstrationseinsatz ist viel Polizei zu sehen. Auch das Ordnungsamt ist im Einsatz, um das seit Saisonbeginn gültige Glasverbot durchzusetzen.

DORTMUND

, 15.02.2014, 01:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der radikal-islamische Prediger Pierre Vogel ruft zu einer Kundgebung in Dortmund auf.

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Hundertschaften sollen Gewalt unter rivalisierenden und verfeindeten Fans beider Vereine verhindern und auch in der Innenstadt für Ruhe sorgen: Auf der Katharinenstraße / Kampstraße sollen sich bis zu 500 Salafisten versammeln. Protestaktionen gegen die Ultrakonservativen sind nicht angemeldet worden. Doch spontaner Protest ist möglich. Die Salafisten wollen in Dortmund wie in 32 weiteren deutschen Städten neue Mitglieder anwerben und zielen dabei auf "Konvertiten" ab.

Konvertiten wechseln von einer christlichen Religion oder von anderen Religionen zum Islam und akzeptieren radikale Interpretationen. Zur Kundgebung auf der Kampstraße ruft der gebürtige Deutsche Pierre Vogel auf. Der Verfassungsschutz beobachtet ihn und seinen Führungskader. Verfassungsschützer erkennen in den Salafisten eine Gefahr für die Demokratie, denn sie wollen den Aufbau eines totalitären Gottesstaats.

Pierre Vogel ist für jugendliche Konvertiten  eine Leitfigur. Doch selbst unter radikalen Islam-Gläubigen ist er umstritten. Vogel stammt aus dem Rheinland. Der Dortmunder Staatsschutz bezeichnet ihn als "Hassprediger". Vogel kokettiert mit diesem Titel. Arabisch beherrscht er in Wort und Schrift. Jederzeit kann er den Koran auf Arabisch zitieren. Er bevorzugt das Bad in der Menge.

"Er will Netzwerke und Kontakte schaffen und vertiefen", sagt die Dortmunder Staatsschutz-Abteilung für Islamismus und islamischen Terrorismus. Auf der Straße geht es aber nicht nur um Radikalpropaganda gegen Freiheit und Demokratie, sondern auch um Geld: Auf der Kundgebung würden Mitarbeiter des "islamisch-humanitären Entwicklungsdienstes" (zu erkennen an orange-roten T-Shirts) Geld sammeln. Ankommen soll das Geld in Syrien. Ein Staatsschutz-Beamter: "Der Krieg in Syrien kostet Geld."  

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