Bläserchor hält in Dortmund eine jahrhundertealte Tradition aufrecht

rnChor in Mengede

„Alle Jahre wieder...“ hält der Bläserchor Mengede die jahrhundertealte Tradition des Turmblasens aufrecht. Die Auftritte wurden vor Jahren gewünscht.

von Tobias Weskamp

Mengede

, 04.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bläserchor der evangelischen Noah-Gemeinde Mengede spielt am 7. Dezember (Samstag) ab 11 Uhr zur Marktzeit für ungefähr eine halbe Stunde auf dem Saalbauturm im Mengeder Ortskern Advents- und Weihnachtslieder wie „Macht hoch die Tür“ oder „Herbei, o ihr Gläubigen“. Damit möchte er, wie in den Jahren zuvor, die Mengeder Bürger erfreuen. „Die Marktbesucher können es dann von unten hören“, beschreibt Chorleiter Hans-Ulrich Peuser.

Bläser steigen den Turm hinauf

Sechs bis acht Bläser werden sich mit Trompeten, Hörnern und Posaunen am Samstagvormittag auf den Weg hoch auf den Turm machen. „Es ist eng dort oben, mehr hätten gar nicht Platz“, erklärt Peuser, der selbst Posaune spielt.

„Die Turmsituation in Mengede ist einmalig“, beschreibt Peuser. Der Turm am Saalbau ist wie dieser über 100 Jahre alt. Er wurde früher zum Trocknen von Feuerwehrschläuchen genutzt. Zeitweilig war er gesperrt, aber seit einigen Jahren darf man ihn wieder betreten. „Von oben hat man einen fantastischen Blick“, schwärmt Peuser.

Chor gibt es seit einem Jahrhundert

Der Bläserchor besteht schon seit knapp 100 Jahren. Peuser ist seit den 60er-Jahren Chorleiter. „Vor vier, fünf Jahren kam ein Schwung junger Nachwuchsbläser zu uns“, erinnert er sich. Viele von ihnen hat es aber nach dem Abitur „in die Welt verschlagen“. Viele Jüngere wollten sich auch oft nicht für regelmäßiges Proben und wiederkehrende Auftritte binden.

Der Bläserchor Mengede tritt regelmäßig im "Dorf" auf

Die zwölf Mitglieder des Chores treten regelmäßig auf, vor allem in seiner Heimatgemeinde. Oft ist der Chor bei Gottesdiensten im Einsatz, tritt aber unter anderem auch in Seniorenheimen auf.

Mit Sopran, Alt, Tenor und Bass ist der Chor gut besetzt. Das Repertoire besteht neben kirchlichen Liedern auch aus Gospel-Songs, Hits wie „Yesterday“ von den Beatles und Volksmusik. Marschmusik findet sich dagegen nicht. „Da passen Trommeln besser zu“, so Peuser.

Chor hält Turmblasen am Leben

Die meisten Mitglieder befinden sich im „Mittel-Alter“, wie Peuser sagt. Es gibt aber auch Ausreißer. „Ein Mädchen ist 13 und unser Ältester bereits 80 Jahre alt.“

Die Tradition des Turmblasens hält der Bläserchor gerne hoch. In Dortmund wird sie sonst noch von der Bläsergemeinschaft St. Bonifatius ausgeübt. Das Turmblasen war ursprünglich die Aufgabe eines Türmers oder Stadtpfeifers, später auch des Ratstrompeters. Inzwischen ist es ein kirchlicher Volksbrauch. „In Münster beispielsweise gibt es noch einen Türmer“, weiß Peuser. Der Wunsch, dass das Turmblasen in Mengede eingeführt wird, kam ursprünglich aus der Bevölkerung.

Der Chor probt immer freitags von 19 bis 20 Uhr im Gemeindehaus, Wiedenhof 2. Instrumente können gstellt werden. Infos bei Hans-Ulrich Peuser, Tel. 015209/289689.

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