Blutige Fehde: Darum gab die Polizei nach dem Schuss so schnell Entwarnung

rnKriminalität

Nachdem am Donnerstag ein Friseur angeschossen worden ist, wird weiter nach dem Täter gefahndet. Klar ist inzwischen, warum die Dortmunder Polizei schnell Entwarnung für die Bevölkerung gab.

Dortmund

, 19.07.2019, 12:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegen 10.45 Uhr fiel in der Dortmunder Innenstadt ein Schuss. Getroffen im linken Bein wurde ein Friseur, der der Rockergruppe Bandidos zugerechnet wird. Die Kugel durchschlug sein Bein, lebensgefährlich verletzt wurde der Mann nicht, er kam, unter Polizeischutz, in ein Dortmunder Krankenhaus. Bereits gegen 11.30 Uhr twitterte das Social-Media-Team der Dortmunder Polizei Entwarnung für die Bevölkerung.

Für diese Äußerung gab es zwei Gründe. Der erste ist gewichtig: Nach gesicherten Informationen unserer Redaktion kam es bei der Auseinandersetzung im Friseurladen zu einem Gerangel zwischen Täter und Opfer, bei dem dem Täter die Schusswaffe aus der Hand fiel. Das heißt, der Schütze war, als er den Laden verließ, unbewaffnet.

Die Polizei will diesen Umstand nicht bestätigen. Was sie aber sagt – und das ist der zweite Grund: Die Beamten seien sehr schnell davon ausgegangen, dass es sich bei dem abgegebenen Schuss um eine „Beziehungstat“ gehandelt habe. So sei, sagt Polizeisprecher Oliver Peiler weiter, kein Grund ersichtlich gewesen, warum unbeteiligte Dritte in die Auseinandersetzung hätten hineingezogen werden sollen.

Opfer war selbst Täter

In der Tat ist das ein sehr naheliegender Gedanke. Das Opfer, nach unseren Informationen Mitglied der Bandidos, war im Herbst vergangenen Jahres noch selber Täter. Damals hatte der Mann, gemeinsam mit einem weiteren Bandido, Sammy M. niedergestochen, Mitglied eines Clans. Der, lebensgefährlich verletzt, kam in ein Klinikum. Ein Bandido stellte sich, der Friseur wurde kurze Zeit später in seinem Laden festgenommen.

Beide wurden inzwischen zu vier Jahren Haft verurteilt, sind aber noch auf freiem Fuß, da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Während der Friseur nach dem Schuss vom Donnerstag am Freitag noch im Krankenhaus liegt und unter Polizeischutz steht, wollte sich die Polizei nicht weiter dazu äußern, ob sich auch der zweite beteiligte Täter aus dem Herbst 2018 zurzeit in Gefahr befinden könnte.

Das Opfer aus dem Herbst, dem Miri-Clan zugehörig, hält sich aktuell nicht in Deutschland auf, sondern postete in den vergangenen Tagen öffentlichkeitswirksam an seine über 24.000 Follower auf Instagram Bilder aus Ibiza.

Weiter sucht die Polizei jetzt also nach dem Täter, der im Friseurladen schoss. Die Täterbeschreibung, so heißt es, soll recht allgemein ausgefallen sein.

Lesen Sie jetzt