Blumenkübel auf dem Parkstreifen: Darf sich jeder Freiräume vor dem Haus schaffen?

rnBürgersteig-Blockaden

Freie Flächen vor Haus und Einfahrt, dazu einen schönen Anblick im Straßengrau – das wünschen sich viele. Ist es erlaubt, mit Pflanzkübeln oder Findlingen Platz auf dem Parkstreifen zu schaffen?

Saarlandstraßenviertel

, 19.03.2020, 08:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Fein aufgereiht steht eine Batterie von Waschbetonkübeln auf dem Bürgersteig vor der Awo in der Kronenstraße. Das sieht einladend und großzügig aus. Es gehen aber auch eine ganze Reihe von Parkplätzen durch diese Deko verloren. Manche ärgert das.

In vielen Wohnbereichen sind Findlinge und Pflanzschalen ein beliebtes Mittel, eine Art Sicherheitsabstand zur eigenen Einfahrt zu schaffen und das Zuparken zu verhindern. Manche dieser Elemente stellen einfach Parkflächen zu, weil Bewohner aus dem Fenster lieber auf Blumen als auf Autos schauen.

Die Stadt sieht aber auch einen Sicherheitsaspekt in den Deko-Elementen: In der Kronenstraße würden sie beim Ausfahren eine ausreichende Einsicht in den fließenden Verkehr gewährleisten.

Vor zwei Gebäuden stehen Waschbetonkübel. Hier halten sie die Einfahrt zu beiden Seiten frei.

Vor zwei Gebäuden stehen Waschbetonkübel. Hier halten sie die Einfahrt zu beiden Seiten frei. © Susanne Riese

Das eigenmächtige Blockieren von öffentlichem Raum ist nicht erlaubt, wie eine Anfrage bei der Stadt ergab. „Die Standorte von Blumenkübeln im öffentlichen Raum müssen durch das Tiefbauamt genehmigt werden“, teilt Stadtsprecher Maximilian Löchter mit.

„Bei der Aufstellung ist auf die Einhaltung der Verkehrssicherheit zu achten“, betont Sylvia Uehlendahl, die Leiterin des Tiefbauamtes. Dies bedeutet, die Kübel dürfen nicht in den Straßenraum ragen und auch nicht auf dem Gehweg für Behinderungen sorgen, andernfalls wird einer Aufstellung nicht zugestimmt.“

Tiefbauamt prüft Voraussetzungen der Blumenkübel-Standorte

Wie viele solcher Bürgersteig-Blumenkübel in Dortmund genehmigt sind, kann die Stadt nicht sagen. Die Voraussetzungen würden im Einzelfall geprüft. Ein Kataster, in welchen Straßen Kübel stehen beziehungsweise eine Gesamtzahl der aufgestellten Kübel, bestehe nicht, so Maximilian Löchter.

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Die Verantwortlichkeiten für die Kübel und ihren Inhalt sind nicht eindeutig geregelt. „Die Pflege der Pflanzungen in derartigen Kübeln ist stadtweit von Fall zu Fall unterschiedlich“, teilt Löchter mit. Es kümmerten sich eigenes Personal, die EDG oder auch Anlieger.

Was nun die Kübel vor der Awo in der Kronenstraße angeht, teilte die Stadt auch auf wiederholte Nachfrage nicht mit, ob für sie eine Genehmigung vorliegt oder nicht. Die Awo selbst war für eine Nachfrage nicht erreichbar.

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