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Bluttat im Flüchtlingsheim: Angeklagter rechtfertigt Ausraster

Frage der Ehre

Die Bluttat in einer Flüchtlingsunterkunft in Dortmund-Brünninghausen war für den Angeklagten offenbar eine Frage der Ehre. Der 27-jährige Syrer hatte seine Frau zusammen mit dem späteren Opfer auf der Damentoilette erwischt. Zu dem darauf folgenden Messerangriff habe er alles Recht gehabt, sagte er am Mittwoch vor dem Landgericht.

BRÜNNINGHAUSEN

01.06.2016 / Lesedauer: 2 min
Bluttat im Flüchtlingsheim: Angeklagter rechtfertigt Ausraster

Der Angeklagte beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Dortmund.

Der Vater einer kleinen Tochter hatte im Januar einen Mitbewohner niedergestochen, dem er eine Affäre mit seiner Ehefrau unterstellt hat. Und das wohl auch nicht ganz zu Unrecht. Der Angeklagte hatte die beiden mitten in der Nacht auf der Damentoilette erwischt und dann zu einem Messer gegriffen. Einer Polizistin sagte er später: "Der ist mit meiner Frau fremdgegangen. Als Mann habe ich ja wohl das Recht ihn anzugreifen. Das hätte jeder Deutsche ja wohl auch so gemacht."

Außerdem habe er seine Frau schon früher mit ihrem mutmaßlichen Liebhaber gesehen. "Wie soll ich da nicht ausrasten", soll der Angeklagte die Polizistin gefragt haben. Wo doch schon das Ansehen einer verheirateten Frau ein Grund zum Ausrasten sei. 

Das Leben des Opfers hatte damals nur durch eine Not-Operation gerettet werden können. Als die beiden Männer sich im Prozess wiedergesehen haben, haben sie allerdings versöhnliche Töne angeschlagen und sich sogar umarmt. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag. Das Urteil soll voraussichtlich in drei Wochen gesprochen werden.

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