Bluttat im Landhaus Syburg: Messerstecher ist voll schuldfähig

Gutachterin

Der Messerstecher, der im Februar in der Asylbewerberunterkunft Landhaus Syburg seine Ehefrau schwer verletzt hat, ist voll schuldfähig. Zu diesem Ergebnis kam eine Gutachterin am Donnerstag vor dem Schwurgericht. Und auch an einer wichtigen Aussage des Täters hatte sie große Zweifel.

SYBURG

21.07.2016, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bluttat im Landhaus Syburg: Messerstecher ist voll schuldfähig

Nächtlicher Polizeieinsatz nach einer Messerattacke im Landhaus Syburg.

Natürlich sei der 31-jährige Afghane äußerst erregt gewesen, als er in jener Nacht Anfang Februar erfahren habe, dass seine Frau ein Verhältnis mit einem anderen Mann hatte und ihn verlassen wollte, sagte die psychiatrische Sachverständige Marianne Miller. Die Schwelle einer Affekt-Tat sei aber ihrer Ansicht nach noch nicht überschritten gewesen.

Der Angeklagte hatte die Messerstiche bereits am ersten Verhandlungstag eingeräumt und erklärt, seine Frau hätte sich einfach nur für ihren Seitensprung entschuldigen müssen. Dann wäre es nicht so weit gekommen. Ob dies wirklich stimmt, ist nach dem, was er bei der Gutachterin angegeben hat, eher fraglich.

Gegenüber der Psychiaterin hatte er ausgesagt, dass er als gehörnter Ehemann wohl kaum nach Afghanistan hätte zurückkehren können, ohne von sich sagen zu können, er sei nicht körperlich gegen die untreue Ehefrau vorgegangen.

Die Staatsanwaltschaft hat den 31-Jährigen wegen versuchten Totschlags angeklagt. Mit einem Urteil ist nicht vor Ende des Monats zu rechnen.

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