Nach Starkregen

Boden und Wände wieder raus: Großer Wasserschaden auf Rathaus-Baustelle

Eine Großbaustelle ist zurzeit das Dortmunder Rathaus am Friedensplatz, das für mehr als 36 Millionen Euro saniert wird. Jetzt gibt es eine größere Baupanne mit weitreichenden Folgen.
Großbaustelle Rathaus: Das 32 Jahre alte Gebäude am Friedensplatz ist zurzeit komplett eingerüstet. © Hans Blossey

Vollgelaufene Keller und nasse Wände – eine unliebsame Überraschung war für viele Hausbesitzer in Dortmund das Unwetter Ende Juni. Das Rathaus am Friedensplatz, das seit Herbst 2020 umfangreich saniert wird, blieb davon ebenfalls nicht verschont: Wie die Stadt erst jetzt – fast zwei Monate nach dem Unwetter – mitteilt, hinterließ der Starkregen am 26. und 27. Juni auf der Rathaus-Baustelle einen Schaden größeren Ausmaßes.

Es sei zu einem starken Regenwassereinbruch in das Gebäude gekommen. Das Wasser floss über alle Etagen bis hinunter ins erste Obergeschoss mit dem Ratssaal, berichtet die Stadt am Mittwoch (25.8.) in einer Pressemitteilung.

Immerhin hat man einen Schuldigen ausgemacht: „Durch einen Montagefehler einer bauausführenden Firma wurden große Mengen des Regenwassers vom Dach nicht entsprechend abgeleitet und konnten so in das Innere des Rathauses eindringen“, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Der Schaden ist groß: Eine große Anzahl der bereits neu eingebauten Gipskartonwände, große Flächen der Bodenbeläge, etwa der Parkettboden im Bereich des Ratssaales, sowie der Estrich wurden durch das Eindringen des Regenwassers beschädigt.

Inzwischen wurden als Sofortmaßnahmen das beschädigte Parkett und die durchnässten Gipskartonplatten wieder entfernt. Das Wasser war aber sogar unterhalb des schwimmenden Estrichs gelangt. Deshalb wurde mit einem Unterdruckverfahren die Dämmung getrocknet.

Auch Estrich muss erneuert werden

Doch der erhoffte Erfolg blieb aus, wie man mit vier Wochen Abstand feststellte. Deshalb hätten die eingeschalteten Sachverständigen die Entfernung des durchfeuchteten Estrichs als erforderlich angesehen, teilt die Stadt mit. „Der Rückbau hat bereits begonnen.“

Klar ist, dass der Schaden und die Bemühungen zur Beseitigung den Zeitplan für die Sanierung gehörig durcheinanderbringen. Eigentlich soll das Rathaus nach rund zwei Jahren Bauzeit im November 2022 wieder bezogen werden. Das ist nun fraglich.

„Die zeitlichen Auswirkungen werden zurzeit bewertet und mit dem ursprünglichen Bauprozess abgeglichen“, erklärt die Stadt. „Bereits jetzt ist absehbar, dass der Schaden zu einer Verlängerung der Bauzeit führen wird.“ Verzögerungen im bisher pünktlich verlaufenden Bauablauf seien nicht mehr zu verhindern, eine „bestmögliche Kompensation“ werde „selbstverständlich angestrebt“.

Verursacher soll die Kosten tragen

Immerhin soll sich der finanzielle Schaden für die Stadt in Grenzen halten. „Der Schadensfall wurde durch den Verursacher seiner Haftpflichtversicherung gemeldet“, erklärt die Stadt. Durch die Versicherung des Verursachers wurden Sachverständige zur Bewertung des Schadens und für die Festlegung der erforderlichen Maßnahmen hinzugezogen. Auch die Stadt Dortmund habe zur Beurteilung der entstandenen Schäden eine Sachverständige beauftragt.

„Da die Schadensursache und der Verursacher bekannt sind, ist für die Stadt Dortmund eine gute Voraussetzung für eine vollständige finanzielle Regulierung seitens des Schadenverursachers gegeben“, heißt es hoffnungsvoll in der Mitteilung der Verwaltung. Nach Plan soll die Sanierung des Rathauses die Stadt insgesamt 36,3 Millionen Euro kosten.

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