Brackel: Bezirksbürgermeister glaubt an baldigen Weiterbau der L663n

rnZukunftscheck 2020

Zum Jahreswechsel picken wir für alle Stadtbezirke einige langfristige Projekte heraus und beurteilen ihre Aussicht auf Realisierung. Die L663n gehört in Brackel dazu.

Brackel, Asseln, Wambel, Wickede

, 28.12.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

In unserem „Zukunftscheck 2020“ klopfen wir ab, welche langfristigen Projekte im Stadtbezirk Brackel im neuen Jahr Aussicht haben, umgesetzt zu werden. Dazu haben wir uns fünf Themen herausgepickt. Unser Gesprächspartner war Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka (69):

Zweigleisiger Ausbau der Stadtbahnlinie zwischen Brackel und Asseln:

Hier hoffen alle auf einen Baustart im ersten Halbjahr 2020. Durch die komplexe Planung habe sich die Vorbereitung lange hingezogen, länger als die Verantwortlichen das zu Beginn geplant hatten, sagt Karl-Heinz Czierpka.

Und weiter: „Hier müssen viele verschiedene Gewerke koordiniert werden, durch den Gleisbau sind Spezialfirmen nötig. Die ständigen Verschiebungen des Baubeginns haben es uns leider unmöglich gemacht, sinnvoll auf den zugeparkten Geh- und Radweg zu reagieren. Nun ist er bis zum Baubeginn durch Baken abgesperrt.“

Die Einschätzung unseres Reporters: „Ich bleibe skeptisch, ob das im Jahre 2020 etwas wird. Gerade weil so viele unterschiedliche Parteien beteiligt sind, kann noch viel schiefgehen. Daumen drücken!“

Brackel: Bezirksbürgermeister glaubt an baldigen Weiterbau der L663n

Eine 700 Meter lange Barken-Reihe am Hellweg zwischen Brackel und Asseln verhindert das Lkw-Parken. Hier soll die Stadtbahnlinie zweigleisig ausgebaut werden. © Andreas Schröter


Öffnung der Halde Schleswig:

Auch das ist eine unendliche Geschichte. Czierpka: „Es geht – wie immer – ums Geld, und die große Hoffnung ist, dass der RVR diese Halde auf den letzten Drücker doch noch in seine Obhut nimmt.“ Wobei er nicht das Risiko dieser Industriemülldeponie übernehmen solle. Das müsse dort bleiben, wo man mit dieser Deponie jahrzehntelang Geld verdient hat, bei Thyssen-Krupp.

Es gehe hier nur um die Öffnung und damit um die Verkehrssicherungspflicht. Dazu müssen Bänke aufgestellt und die Wege freigeschnitten werden, die Säuberung der Halde müsse organisiert und bezahlt werden. Czierpka: Wir hoffen alle, dass unser Oberbürgermeister mit seiner Ankündigung, hier im Frühjahr (2020!) Ostereier suchen zu wollen, das zeitliche Ende der verschlossenen Halde vorgegeben hat.“
Die Einschätzung unseres Reporters: „Ich bin ziemlich sicher, dass die Halde in 2020 nicht öffnen wird. Solange sich der Regionalverband Ruhr (RVR) querstellt, was bisher der Fall ist, passiert da nichts.“

Brackel: Bezirksbürgermeister glaubt an baldigen Weiterbau der L663n

So sieht die Halde Schleswig von oben aus. Für die Öffentlichkeit ist sie noch immer nicht freigegeben. © Blossey

Weiterbau der L663n:

„Hier wird es 2020 sicher weitergehen, denn die Zeichen stehen im Augenblick gut, dass die beteiligten Städte die Planung in eigener Regie beginnen“, so Czierpka. Gerade im Zuge einer beabsichtigten Verkehrswende sei es ein aussichtsloses Unterfangen, Rad- und Fußverkehr in Asseln und vor allem in Wickede attraktiver machen zu wollen angesichts des laufenden Verkehrs.

Der Durchgangsverkehr müsse aus den Ortskernen heraus. Dabei sei es völlig egal, ob da Benziner, Diesel oder Elektroautos fahren. Das sei auch allein nötig, um den ÖPNV pünktlicher zu machen. Wenn die Stadtbahn in Asseln im Stau stehe, sei das auch ein Rückschlag.

Czierpka: „Bahn und Bus müssen verlässlich sein und bei solchen Staus kann der Anschlussbus dann oft nicht mehr erreicht werden und so leidet die Verlässlichkeit. Hier muss der Umwelt zuliebe eine neue Straße her, und die würde auch den Menschen am Hellweg helfen.“

Die Einschätzung unseres Reporters: „Das Foto, das wir für diesen Bericht vom toten Ende der L663n gemacht haben, können wir auch Ende 2020 genauso machen. Hier passiert nichts.“

Brackel: Bezirksbürgermeister glaubt an baldigen Weiterbau der L663n

Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka hofft auf den Weiterbau der L663n. © Andreas Schröter


Umgestaltung des Brackeler Hellwegs:

Bis 2022 muss der gesamte ÖPNV barrierefrei gestaltet sein. Im Augenblick plane man den Umbau in der östlichen Innenstadt und in Körne, dann erst ist der Stadtbezirk Brackel an der Reihe. Czierpka: „Ich gehe daher davon aus, dass es 2020 noch keine wichtigen Planungsschritte geben wird. Das wird uns allerdings nicht hindern, auch in Absprache mit der Verwaltung, Ideen und Vorschläge zu sammeln.“

Das Problem werde in vielen Veranstaltungen thematisiert, weil es gerade für Brackel enorm wichtig ist. Denn in der Tat werde der Hellweg ein völlig anderes Gesicht bekommen und Brackel werde verkehrstechnisch umgekrempelt. Natürlich werde es einen durchgehenden Radweg geben, es werden breite Gehwege entstehen und gleichzeitig werde Raum für urbanes Leben am Hellweg frei werden.

Der Hellweg werde dadurch für Fußgänger und Radfahrer attraktiver werden und damit auch den lokalen Handel stärken. Nicht ohne Grund sei auch der Gewerbeverein an vielen Stellen eingebunden und fordere schon vorher Tempo 30 für den Hellweg.

Die Einschätzung unseres Reporters: „Karl-Heinz Czierpka hat es bereits gesagt: 2020 wird das noch nichts.“

Brackel: Bezirksbürgermeister glaubt an baldigen Weiterbau der L663n

Die Politik will den Brackeler Hellweg langfristig umgestalten. Engpässe wie hier soll es dann nicht mehr geben. © Oliver Schaper

Wohnbebauung:

Im Stadtbezirk Brackel gibt es derzeit fünf laufende Planungen für mehr als 500 Wohneinheiten: Niederstefeldweg Br 296 in Wambel, In den Börten Br 223 in Brackel sowie Wickede-Nord Br 196, Pleckenbrink Br 213 und Etzelweg Br 226 in Wickede. Der letzte sei am weitesten fortgeschritten, so Czierpka, hier gebe es bereits einen Satzungsbeschluss.

Aber: „Ob da in 2020 schon der Bagger rollt, ist eine andere Frage. In den Börten und Pleckenbrink werden 2020 noch planerisch weitergeführt, beide könnten 2020 ebenfalls endgültig beschlossen werden.“

Wickede-Nord werde noch etwas auf sich warten lassen. Der Bebauungsplan Niederstefeldweg sei schon seit mehr als einem Jahrzehnt beschlossen, hier gehe es nach Anpassungen nur noch um die Vergabe an einen Investor.

Die Einschätzung unseres Reporters: „Auch hier zieht es sich noch hin, sodass 2020 eher wenig bis nichts passieren wird. Und das ist schade, weil Dortmund dringend weiteren Wohnungsbau braucht.“

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Auf diesem Teilstück des Wambeler Feldes sollen 128 Wohnungen, davon 70 Prozent Sozialwohnungen, gebaut werden. © Uwe Brodersen


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