Brackeler Verein „Solidarität.2020“ schickt 12.000 Euro nach Afrika

rnEhrenamt in Dortmund

Internationale Solidarität hat sich ein neuer Brackeler Verein auf die Fahnen geschrieben. Und so heißt er dann auch „Solidarität.2020“. Dabei wird auf Vertrauen gesetzt.

Brackel

, 27.10.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit etwa einem halben Jahr kümmert sich der Brackeler Verein „Solidarität.2020“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund um eine Stadt in Afrika. „Wir wollen den Solidaritätsgedanken stärken“, erklärt Hans Walter von Oppenkowski vom Vorstand. Unterstützt wurde die Partnerschaft durch Oberbürgermeister Ullrich Sierau und den Bürgermeister von Dabola.

Über 12.000 Euro gingen schon nach Afrika

„Insgesamt 12.350 Euro hat der Verein schon nach Afrika auf den Weg gebracht“, beschreibt von Oppenkowski. Das Geld kam von Dortmunder Banken und Sparkassen.

Kennengelernt haben sich er und Mamadou Bobo Barry, der Vorsitzende des neuen Vereins, bei der Arbeit bei den Sportfreunden Brackel 61. Barry brachte ursprünglich seine Kinder zum Training. „Ich habe dort ein EDV-Angebot für Jugendliche übernommen, das ihnen bei der Berufsorientierung helfen soll“, erklärt Barry, der auch für die Grünen in der Scharnhorster Bezirksvertretung aktiv ist.

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Ziel des im Juni gegründeten Vereins ist es, über die Projektpartnerschaft in Afrika mehr Bewusstsein für Umwelt zu schaffen und das Müllproblem zu verringern. Besonders für die Stadt Dabola in Guinea setzt sich „Solidarität.2020“ ein. Barry kommt dort her und kennt die Probleme vor Ort somit sehr gut.

Hygiene wurde in Guinea gefördert

Mit dem bisherigen Geld wurden unter anderem Wasserstellen eingerichtet, damit sich vor allem die Kinder vor Ort vernünftig waschen können. Seife gab es dazu. „Zudem wurden auch Schutzmasken für Kinder und Lehrer angeschafft“, ergänzt von Oppenkowski.

Bei einer zweiten Aktion wurde das örtliche Krankenhaus „Hopital Prefectoral de Dabola“ unterstützt. Neben Seife und Desinfektionsmittel gab es auch Plastikmasken und Schutzkleidung für die Pfleger. „Die Helfenden sollen so lange wie möglich helfen können, ohne selbst mit Corona infiziert zu werden“, beschreibt von Oppenkowski.

Das Bewusstsein soll verändert werden

„Auch in der Coronazeit wollen wir Grundlagen für bewusstseinsverändernde Maßnahmen schaffen“, sagt von Oppenkowski. „Vor allem bei den Kindern, über die wir auch die Erwachsenen erreichen.“

So lernen sie zum Beispiel, aus Altpapier neues Papier herzustellen, oder wie aus Plastik Granulat entstehen kann, das dann zu neuen Flaschen oder auch zu Baumaterial für Häuser und Straßen wird.

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Angeprangert wird auch der „Impfstoffnationalismus“, wie von Oppenkowski erklärt. In der westlichen Welt stünden für eine Impfung mehr Spritzen zur Verfügung, als das jeweilige Land Einwohner hat. In Afrika seien es meist weniger. „Da wollen wir mehr Verteilung anregen.“

Verein trifft sich bei den Sportfreunden

Bisher besteht „Solidarität.2020“ aus den zehn Gründungsmitgliedern, es gibt aber schon etwa 20 Anfragen von Interessierten. Bis auf von Oppenkowski sind alle Mitglieder aus Guinea oder haben guinesische Wurzeln.

Eingetragen ist der Verein noch nicht, aber das Verfahren ist auf einem guten Weg. „Wir mussten nur ein paar Worte in der Satzung ergänzen“, erklärt von Oppenkowski.

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Der Verein trifft sich regelmäßig in den Räumen der Sportfreunde Brackel, in dem Barry und von Oppenkowski ebenfalls Mitglieder sind. „Wir unterstützen auch die Sportfreunde“, erklärt Letzterer. „Wir helfen zum Beispiel ehrenamtlich bei Veranstaltungen aus.“

Alles wird genau dokumentiert

Um sicherzustellen, dass das gesammelte Geld auch wirklich vor Ort verwendet wird, achtet der Verein darauf, dass alles genau dokumentiert wird, und überprüft das.

„Wir lassen zum Beispiel Videos machen und haben vertrauenswürdige Menschen vor Ort, die die korrekte Verwendung für uns bezeugen“, gibt von Oppenkowski einen Einblick. „Dafür wurden Hans Walter und ich von Dabolas Bürgermeister als Vertrauenspersonen benannt“, freut sich Barry.

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