Brandkatastrophe im Zoo: So steht es um den Brandschutz in Dortmunds Tierpark

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Der Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos hat die gesamte Zoowelt erschüttert. Wie wappnet sich der Dortmunder Zoo für den Fall, dass ein Feuer ausbricht?

Dortmund

, 09.01.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch im Zoo Dortmund hat der beispiellose tragische Unglücksfall im Affenhaus des Krefelder Zoos in der Silvesternacht Trauer und Betroffenheit bei Mitarbeitern, Besuchern und Fördervereinen ausgelöst. Bei dem Brand kamen unter anderem fünf Orang-Utans, zwei Gorillas und ein Schimpanse ums Leben. Die Folgen für die Tierhaltung seien verheerend, sagt der Dortmunder Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter.

„Die Tierbestände in den Zoologischen Gärten sind Reservepopulationen für die Natur, und jeder Verlust schlägt eine Lücke in die internationalen Erhaltungszuchtmaßnahmen“, so Brandstätter. „Daher ist der Verlust von gleich drei Zuchtgruppen großer Menschenaffen und mehrerer kleinerer Tierarten erheblich.“ Der Zoodirektor sagt aber auch: „Ein solch verheerendes Unglück kann sich jederzeit ereignen - und ist nicht voraussehbar.“

Im Dortmunder Zoo gibt es Brandmeldeanlagen in allen Bereichen, in denen dies möglich ist. In den Tierbereichen seien aber Rauchmelder aus verschiedenen Gründen nicht einsetzbar, sagt Brandstätter. Zum einen könnte ein Alarm die Tiere gefährlich erschrecken, zum anderen stehe die Feuchtwärme in den Häusern dagegen. Allerdings gibt es in den Tropenhäusern wie Amazonashaus, Regenwaldhaus, wo auch die Orang-Utans und Tapire zuhause sind, sowie im Otterhaus Berieselungsanlagen.

Brandschutzkonzepte für alle Gebäude

Zudem liegen im Zoo Dortmund für alle Gebäude Brandschutzkonzepte vor, die das Ausbrechen eines Brandes und dessen Ausweitung bestmöglich verhindern. Laut Brandstätter sorgen entsprechende Alarmpläne für einen „reibungslosen Ablauf von Verständigung der Feuerwehr über Evakuierung der Besucher und Besucherinnen bis hin zum Schutz der Tiere; dies immer vor dem Hintergrund der bestmöglich absehbaren Eventualitäten.“

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Für den Fall, dass Tierpfleger ein Feuer in einem Tierhaus oder Gehege entdecken, agieren sie nach dem entsprechenden Alarmplan. Dazu gehört die Verständigung der Feuerwehr und die sofortige Evakuierung der Besucher des betroffenen Gebäudes. Für alle Zootiere besteht die Erstmaßnahme darin, die Tiere in die jeweils angegliederten Außenanlagen zu bringen.

Es gibt einen Wachdienst

Mit dem vorliegenden Sicherheitskonzept sei auch die schnelle Zufahrt von Lösch- und Rettungsfahrzeugen in alle Bereiche des Zoos gewährleistet, betont Brandstätter. Im Zoo Dortmund gebe es darüber hinaus einen Wachdienst, sodass Brandherde rasch entdeckt und gemeldet werden könnten.

Doch darauf will sich der Zoo nicht ausruhen. Brandstätter: „Die Ereignisse in Krefeld veranlassen selbstverständlich auch den Zoo Dortmund, die Brandschutzkonzepte zu überprüfen und gegebenenfalls weiter zu optimieren.“

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