Brandschutzmängel: Stadt evakuierte Hannibal in Dorstfeld

Liveticker zum Nachlesen

Der Hannibal-Hochhauskomplex in Dorstfeld ist am Donnerstagabend kurzfristig geräumt worden. In dem großen Wohnblock mit über 400 Wohnungen gibt es gravierende Brandschutzmängel. 800 Anwohner sind betroffen. Die Entwicklungen zum Nachlesen in unserem Liveticker.

DORSTFELD

, 21.09.2017, 15:11 Uhr / Lesedauer: 8 min

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Der Hannibal-Komplex am Dorstfelder Vogelpothsweg wurde am Donnerstag geräumt
  • Die Feuerwehr hat in den Hochhäusern gravierende Mängel beim Brandschutz festgestellt
  • Stadt: Mängel sind nicht kurzfristig behebbar, es besteht "Gefahr für Leib und Leben"
  • Von der Räumung sind 800 Anwohner betroffen
  • Die Helmut-Körnig-Halle wurde in der Nacht zur Notunterkunft
  • Der Gebäude-Komplex steht seit Jahren in der Kritik, der Mieterverein spricht von einem "Instandhaltungsstau"
  • Dem Eigentümer gehört auch das geräumte Wuppertaler Hochhaus
  • Stadt will dem Eigentümer die Kosten der Evakuierung in Rechnung stellen
  • Eigentümer Intown kritisiert das Vorgehen der Stadt
  • Polizei ist verstärkt am Hannibal unterwegs, um Plünderungen zu verhindern
  • Stadt versucht, für alle Mieter Ausweich-Wohnungen zu finden

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Der Hannibal-Komplex wird geräumt

Der Hannibal-Komplex in Dorstfeld wird am Donnerstag geräumt. Wir zeigen an dieser Stelle die Bilder des Einsatzes.
21.09.2017
/
Das Hannibal-Hochhaus am Abend, Davor Feuerwehrfahrzeuge.© Foto: Peter Bandermann
Kinder warten am späten Nachmittag auf die Fahrt in eine Unterkunft.© Foto: Peter Bandermann
Kinder auf dem Weg zu den Hochhaus-Eingängen.© Foto: Peter Bandermann
Warten auf weitere Informationen am Hannibal.© Foto: Peter Bandermann
Die Feuerwehr auf dem Weg zu den Kontrollen im Hochhaus.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Feuerwehrmänner betreuen eine Familie.© Foto: Peter Bandermann
Einsatzbesprechung der Feuerwehr vor dem Hannbial.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Einsatzkräfte der Feuerwehr vor dem Hannibal.© Foto: Peter Bandermann
Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes im Gespräch mit Bewohnern.© Foto: Peter Bandermann
Betroffen sind auch viele Haustiere, die untergebracht werden müssen.© Foto: Peter Bandermann
Kopfüber mussten die Bewohner ihre Wohnungen verlassen.© Foto: Peter Bandermann
Warten auf weitere Informationen am Hannibal.© Foto: Peter Bandermann
Auf gepackten Koffern warten Bewohner auf weitere Informationen.© Foto: Peter Bandermann
Bewohner verlassen mit Hab und Gut den Wohnkomplex.© Foto: Peter Bandermann
Mieter und Bewohner von 412 Wohnungen sind betroffen.© Foto: Peter Bandermann
Nahid Farshi vom Verein "Projekt Ankommen" war ebenfalls vor Ort, um Geflüchtete zu betreuen. Auch sie berichtete von gravierenden Missständen in den Häusern.© Foto: Peter Bandermann
Feuerwehr für Kontrollen auf dem Weg in das Hochhaus.© Foto: Peter Bandermann
Besprechung vor dem Einsatzleitwagen der Dortmunder Feuerwehr.© Foto: Peter Bandermann
Feuerwehr in der Garagenzufahrt unter dem Hannibal.© Foto: Peter Bandermann
Polizei und Tiefbauamt sperrten die Zufahrt zum Hannibal ab.© Foto: Peter Bandermann
Ordnungsdezernentin Diane Jägers, Planungsdezernent Ludger Wilde (Mitte) und Feuerwehr-Direktor Dirk Aschenbrenner im Gespräch auf dem Vogelpothsweg.© Foto: Peter Bandermann
Polizei und Feuerwehr vor dem Hannibal-Hochhaus.© Foto: Peter Bandermann
Zahlreiche Mieter fuhren ihre Autos aus der Garage, da das Hochhaus gesperrt wird.© Foto: Peter Bandermann
Der Hannibal-Hochhaus-Komplex bei Einbruch der Dunkelheit.© Foto: Peter Bandermann
Busse von DSW21 fuhren die Mieter zur Helmut-Körnig-Halle, wo sie sicher übernachten konnten.,© Foto: Peter Bandermann
Der Vogelpothsweg am Abend. Die Straße war gesperrt.© Foto: Peter Bandermann
Die Zufahrt zum Hannibal am Vogelpothsweg am Abend.© Foto: Peter Bandermann
Die Zufahrt zum Hannibal-Hochhaus am Vogelpothsweg.© Foto: Peter Bandermann
Diese Mieter warten am Abend auf die Weiterfahrt mit einem Bus in eine sichere Unterkunft.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf die Hannibal-Hausfassade im Dortmunder Stadtteil Oberdorstfeld.© Foto: Peter Bandermann
Ein Feuerwehr-Beamter führt ein erstes Informations-Gespräch mit Anwohnern.© Foto: Peter Bandermann
Brandschutzmänel sind offenkundig: versperrter Zugang zum Löschwasseranschluss für die Feuerwehr.© Foto: Peter Bandermann
Rettungswege für die Feuerwehr waren zugewachsen, der Zugang zu Löschwasser nicht möglich: Ein Baumdienst musste sofort abholzen.© Foto: Peter Bandermann
Mieter holen Hab und Gut aus der Wohnung.© Foto: Peter Bandermann
Die Hannibal-Hochhaussiedlung in Oberdorstfeld muss geräumt werden.© Foto: Peter Bandermann
Ein Mädchen wartet in einem Kinderwagen.© Foto: Peter Bandermann
Von der Räumung betroffen sind viele junge Familien mit kleinen Kindern.© Foto: Peter Bandermann
Von der Räumung betroffen sind viele Familien mit Kindern.© Foto: Peter Bandermann
Diese Familien nehmen die Situation noch ganz gelassen.© Foto: Peter Bandermann
Von der Räumung betroffen sind viele Familien mit Kindern.© Foto: Peter Bandermann
Kinder überbrückten die Wartezeit bis zur endgültigen Räumung spielend.© Foto: Peter Bandermann
Ein Mieter holt noch Hab und Gut aus der Wohnung.© Foto: Peter Bandermann
Kinder überbrückten die Wartezeit bis zur Räumung spielend.© Foto: Peter Bandermann
Zahlreiche Mieter warteten vor den Hauseingängen auf weitere Informationen.© Foto: Peter Bandermann
Ein Kind hinter einem bereit stehenden Koffer.© Foto: Peter Bandermann
Warten auf weitere Informationen.© Foto: Peter Bandermann
Die Bewohner des Hannibals 2 im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld müssen die Hochhäuser verlassen.© Foto: Peter Bandermann
Die Bewohner des Hannibals 2 im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld müssen die Hochhäuser verlassen.© Foto: Peter Bandermann
Die Bewohner des Hannibals 2 im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld müssen die Hochhäuser verlassen.© Foto: Peter Bandermann
Die Bewohner des Hannibals 2 im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld müssen die Hochhäuser verlassen.© Foto: Peter Bandermann
Die Bewohner des Hannibals 2 im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld müssen die Hochhäuser verlassen.© Foto: Peter Bandermann
Die Bewohner des Hannibals 2 im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld müssen die Hochhäuser verlassen.© Foto: Peter Bandermann
Die Bewohner des Hannibals 2 im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld müssen die Hochhäuser verlassen.© Foto: Peter Bandermann

 

Aktualisierung 12.19 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet

Die Pressekonferenz ist beendet. Damit beenden wir auch unseren Liveticker. Vielen Dank für Ihr Interesse!

Aktualisierung 11.54 Uhr: Infopoints für betroffene Bürger

Betroffene Mieter können sich an zwei Infopoints der Stadt melden - direkt vor der Körnig-Halle und Freitag, Samstag und Sonntag vor dem Hannibal selbst, von 9 und 20 Uhr.

Aktualisierung 11.47 Uhr: Vermieter hat weitere Immobilien

Der Vermieter hat nach Angaben der Stadt noch weitere Immobilien in Dortmund, darunter auch einige Problemhäuser in der Nordstadt. Man werde aber niemanden unter Generalverdacht stellen, sagt die Stadt.

Aktualisierung 11.43 Uhr: Mängelbeseitigung ist Aufgabe des Vermieters

Bei der Behebung der Mängel sieht die Stadt ausschließlich den Vermieter in der Pflicht. Sie selbst wird keinerlei Arbeiten am Haus durchführen.

Aktualisierung 11.38 Uhr: Fahrdienste für Mieter

Laut Stadt werden Fahrdienste den Hannibal-Mietern dabei helfen, ihre Habseligkeiten aus ihren jetzt gesperrten Wohnungen abzutransportieren.

Aktualisierung 11.33 Uhr: Notfalls wird alte Frenzelschule zur Unterkunft

Sollten die von der Stadt, Wohlfahrtsverbänden und privaten Wohnungsunternehmen kurzfristig angebotene Wohnungen nicht reichen, wird die Stadt die ehemalige Flüchtlingsunterkunft in der alten Frenzelschule in Hörde reaktivieren. Hotelzimmer gibt es aufgrund der anstehenden BVB-Spiele gegen Mönchengladbach und Madrid und der Intertabac-Messe in den Westfalenhallen keine in der Stadt.

Aktualisierung 11.27 Uhr: Kein Kontakt zwischen Stadt und Vermieter

Die Stadt hat nach eigenen Angaben derzeit keinen Kontakt zum Vermieter. Beide Seiten kommunizieren momentan offenbar nur über die Medien miteinander.

Aktualisierung 11.25 Uhr: Stadt: Brandwachen hätten nix genützt

Zur Kritik des Vermieters, die Evakuierung wäre komplett überzogen gewesen, es hätten auch Brandwachen in der Tiefgarage gereicht, sagt Dezernent Wilde: "Hätten wir 100 Brandwachen aufgestellt, hätte das auch nicht geholfen, da sich Brand zu schnell ausbreiten könnte."

Aktualisierung 11.18 Uhr: Mieter müssen für September nichts zahlen

Dezernent Wilde verteidigt erneurt die Entscheidung der kurzfristigen Räumung: "Uns blieb keine andere Möglichkeit." Außerdem sagt er in Richtung der Mieter: Sie müssten für September keine Miete zahlen.

Aktualisierung 11.14 Uhr: Körnig-Halle nicht mehr Notunterkunft

Die Körnig-Halle muss nicht ein zweites Mal als Notunterkunft benutzt werden, sagt Dezernent Ludger Wilde. Wohnungsunternehmen helfen dabei, kurzfristig genug Ersatzwohnungen zu organisieren. Auch alte Flüchtlingsunterkünfte werden reaktiviert.

Die Hannibal-Mieter dürfen in der kommenden Woche in Begleitung in ihre Wohnungen, um Möbel und persönliche Sachen herauszuholen.

Aktualisierung 11.07 Uhr: PK läuft

Die Pressekonferenz hat begonnen.

Aktualisierung 10.10 Uhr: Beratung in der Körnig-Halle

Es war eine unruhige Nacht im Notquartier Körnig-Halle, in der sich derzeit noch etwa 70 Menschen aufhalten. Allenfalls ein paar Stunden Schlaf habe man bekommen, berichten Betroffene. Unter den hier untergebrachten sind viele Familien mit kleinen Kindern. Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs Schule haben einen Infotisch eingerichtet, um den Schulbesuch der schulpflichtigen Kinder für die nächsten Wochen zu organisieren. An diesem Freitag haben betroffene Kinder schulfrei. 

Mit etwas Verspätung trafen am Morgen Mitarbeiter des Sozialamtes ein, um bei der Vermittlung von Wohnungen zu helfen. Mohammed Halimi war deshalb eigens wieder in die Halle an der Strobelallee gekommen. "Wir hatten das Glück, dass wir in der Nacht bei Freunden unterkommen konnten", erzählt er. Jetzt hofft er darauf, mit Hilfe der Stadt eine Ersatzwohnung zu finden. "Denn die Feuerwehr hat gesagt, dass es Monate dauern wird, bis die Brandschutzmängel am Hannibal behoben sind."

Um 11 Uhr will die Stadt bei einer Pressekonferenz über den neuesten Stand der Dinge berichten. Wir berichten aktuell.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Hannibal-Mieter übernachten in der Körnig-Halle

Über 100 Mieter des Dorstfelder Hannibals haben nach der kurzfristigen Räumung des Wohn-Hochhauses die Nacht in der Helmut-Körnig-Halle verbracht.
22.09.2017
/
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke aus der Körnig-Halle.© Foto: Oliver Schaper
Sanitäter bereiteten die Halle kurzfristig für die Übernachtung von mehreren hundert Menschen vor.© Foto: dpa
Über 100 Menschen ließen sich registrieren.© Foto: dpa
Es gab auch einen Extra-Platz für Hunde.© Foto: dpa
Im Einsatz war auch das Deutsche Rote Kreuz.© Foto: Peter Bandermann
Hannibal-Bewohner wurden in der Helmut-Körnig-halle betreut.© Foto: Peter Bandermann
Spielende Kinder in der Helmut-Körnig-Halle.© Foto: Peter Bandermann
Hannibal-Mieter warten in der Notschlafstelle auf weitere Informationen.© Foto: Peter Bandermann
Über 100 Hannibal-Mieter hatten auf Feldbetten in der Körnig-Halle übernachtet.© Foto: Peter Bandermann
Ein Kinderwagen neben einem der Schlagplätze.© Foto: Peter Bandermann
Das Deutsche Rote Kreuz betreut Kinder in der Leichtathletik-Halle an der Strobelallee.© Foto: Peter Bandermann
Spielende Kinder in der Helmut-Körnig-Halle.© Foto: Peter Bandermann
Viele ehrenamtliche Helfer - hier des DRK - versorgten die Mieter in der Nacht und am Tag nach der Räumung.© Foto: Peter Bandermann
Schlagworte Innenstadt

 

Aktualisierung 8.15 Uhr: Die Suche nach einer Bleibe beginnt

Für rund 800 Hannibal-Mieter beginnt nicht nur ein neuer Arbeits- oder Schultag - für sie beginnt auch die schwierige Suche nach einer neuen Bleibe. Die Stadt Dortmund wird bereits leer gezogene Flüchtlingsunterkünfte reaktivieren.

Andere Mieter können vorübergehend bei Verwandten unterkommen und warten auf den Termin für die Rückkehr oder wollen einen Neuanfang in einer ganz anderen Wohnung. Eine Mutter ist besonders vom Schicksal gezeichnet: Bei einem tödlichen Verkehrsunfall am Hannibal hat sie ihre sechsjährige Tochter verloren - jetzt sucht sie eine Drei-Zimmer-Wohnung:

 

Aktualisierung 8.03 Uhr: Der Tag nach der Räumung

Der Tag nach der Räumung hat begonnen. In der Notschlafstelle Helmut-Körnig-Halle an der Strobelallee versorgt das Technische Hilfswerk die dort am Donnerstagabend untergebrachten Hannibal-Mieter mit Frühstück. Hier erhalten die Anwohner auch erste Informationen darüber, wie es weiter geht: Die Stadt Dortmund hilft bei der Suche nach Ersatzwohnungen und Unterkünften. Nur begleitet dürfen die Mieter zurück in ihre Wohnungen, um weitere persönliche Gegenstände herauszuholen. Hier ein Kommentar zu der Lage am Hannibal in Oberdorstfeld:

Jetzt lesen

Aktualisierung 6.38 Uhr: Mieterverein sagt: Keine Mieten mehr zahlen

Laut Mieterverein ist der Hochhaus-Eigentümer "Lütticher 49 Properties GmbH" (über ihre Hausverwaltung Intown Property Management GmbH) gegenüber den Mieterinnen und Mietern zu einem Schadensersatz verpflichtet, da sämtliche Folgen aus einer Gefahr für Leib und Leben resultierten. Mit dieser Gefahr hatte die Stadt Dortmund die Räumung angeordnet.

Der Mieterverein rät dazu,

  • die bereits gezahlte September-Miete zurückzubuchen
  • ab sofort keine weiteren Mieten mehr zu zahlen
  • die Miete der ersten drei September-Wochen mit ersten Forderungen zu verrechnen
  • den Vermieter schriftlich über diese Schritte zu informieren

Für Vereinsmitglieder übernimmt der Mieterverein den Schriftverkehr. Für alle Betroffenen, die nicht Mitglied sind, wird der Mieterverein kurzfristig auf seiner Internetseite ein Musterschreiben veröffentlichen.

Aktualisierung Freitag, 6.22 Uhr: Keine Vorfälle in der Nacht

Wichtige Information für die Hannibal-Mieter aus Oberdorstfeld: Die Nacht ist ruhig verlaufen, das Hochhaus war gut beschützt. Kein Einbrecher hat versucht, die Notlage auszunutzen und in eine der 412 leerstehenden Wohnungen einzubrechen. Die Leitstelle der Polizei berichtet von einer ruhigen Nacht am Hannibal.

In den nächsten Minuten erfolgt hier ein Update mit Informationen des Mietervereins für die Betroffenen.

Aktualisierung Donnerstag, 23.10 Uhr: Neue Infos der Stadt am Freitagvormittag

Wir beenden für heute Abend unseren Live-Ticker. Auch in der Körnig-Halle kehrt langsam Ruhe ein. Morgen früh sind wir wieder vor Ort und berichten auch aktuell von einer weiteren Pressekonferenz der Stadt, die für den Vormittag angekündigt ist.

Aktualisierung 22.50 Uhr: Hannibal-Eigentümer kritisiert die Stadt

Am Abend hat auch der Eigentümer des Hannibal-Wohnkomplexes, die Berliner Firma Intown, in einer Pressemitteilung reagiert. Intown-Chef Sascha Hettrich bezeichnete die Räumung durch die Stadt, als "nicht rechtens, unangemessen und ermessensfehlerhaft". Man sei erst am Donnerstagnachmittag von den Vorwürfen der Stadt informiert worden.

Nach Meinung eines von Intown eingeschalteten Gutachters könnten die Brandschutzmängel, mit einer Räumung „nur“ der Tiefgarage und der Aufstellung von speziell geschulten Brandwachen abgestellt werden. "Ziel unsererseits ist die zügige Mängelbehebung und der Wiederbezug der Wohnungen durch die Mieter", erklärte Hettrich.

Die Stadt hatte bis zum späten Abend nach Angaben von Krisenstabs-Leiter Ludger Wilde vergeblich versucht, eine Reaktion von Intown zu bekommen. Auch um die Mieter habe sich der Hannibal-Eigentümer am Donnerstag nicht gekümmert.

Aktualisierung 22 Uhr: 110 Personen in der Körnig-Halle

In der Körnig-Halle haben Helfer von Feuerwehr und Hilfsdiensten Tische und Bänke aufgebaut und reihenweise Notbetten. Die ankommenden Hannibal-Mieter werden am Eingang registriert. Es handelt sich zum großen Teil um Zuwander-Familien, viele davon mit Kindern

Bis 21.15 Uhr waren insgesamt 110 Personen registriert worden. Die meisten Hannibal-Bewohner sind wohl bei Verwandten und Freunden untergekommen.

Gleichwohl will sich die Stadt um Ersatzwohnungen und Übergangsquartiere für alle Betroffenen kümmern. Dazu werden am Freitag ab 9 Uhr Info-Punkte am Hannibal am Vogelpothsweg und an der Körnig-Halle an der Strobelallee eingerichtet.

Aktualisierung 20:50 Uhr: Wohnungen mehrere Wochen oder Monate nicht nutzbar

Planungsdezernent Ludger Wilde hat vor Ort noch einmal erklärt,worauf es in den nächsten 24 Stunden ankommt: Weil die 412 Wohnungen in den kommenden Wochen oder Monaten wegen der Brandschutzmängel nicht nutzbar sind, müssen für die Mieter Ersatzwohnungen gefunden werden. Was schwierig ist, weil der Dortmunder Wohnungsmarkt kaum noch freie Wohnungen zu bieten hat. Das Sozialamt kann am Freitag bereits bis zu 120 Personen über ein Notprogramm unterbringen und wird frühere Flüchtlingsunterkünfte - so in Hörde - freigeben. Das vorrangige Ziel ist, Obdachlosigkeit zu vermeiden.

Hier berichtet Ludger Wilde über die Lage:

 

Inzwischen sind die ersten Hannibal-Mieter in der Helmut-Körnig-Halle angekommen. Dort können sie warm und sicher übernachten und die Sanitäranlagen nutzen. Sie erhalten Essen und Getränke.

Bereitschaftspolizei hatte am Hannibal mehrere Neonazis vom Platz geführt, weil sie Journalisten bei der Arbeit gestört hatten.

So schildert die Mieterin Jasmin Keskin die Situation aus ihrer Sicht:

 

Aktualisierung 18.43 Uhr: Darum wurde der Hannibal geräumt

Unser Kollege Tobias Großekemper hat nochmal die wichtigsten Informationen der Pressekonferenz zur Räumung des Hannibals zusammengefasst.

 

Aktualisierung 18.15 Uhr: Hunderte Menschen sitzen auf gepackten Koffern:

Mittlerweile ist die Menschenmenge vor dem Hannibal auf mehrere hundert Menschen angewachsen, berichtet unser Reporter Peter Bandermann von vor Ort. Viele sitzen auf gepackten Koffern und warten auf weitere Informationen. Die erreichen die Bewohner derzeit aber nur spärlich, Hauptinformationsquellen sind bisher Journalisten. Die Behörden werden in einer Einsatzbesprechung gegen 18.30 Uhr das genaue Vorgehen bei der Evakuierung besprechen.

Aktualisierung 17.40 Uhr: Polizei will Plünderungen verhindern

Unser Reporter vor Ort in Dorstfeld berichtet, dass die Polizei in der Nacht verstärkt im und um den Hannibal unterwegs sein, um Plünderungen zu verhindern. Doch das beruhigt wohl nicht alle Bewohner: Einzelne Mieter haben angekündigt, ihre Wohnungen nicht verlassen zu wollen. Das könnte bei der Evakuierung zu Problemen führen.

Aktualisierung 17.32 Uhr: PK beendet

Die Pressekonferenz ist beendet. Weitere Informationen wird es auf einer weiteren Pressekonferenz morgen Vormittag geben.

Aktualisierung 17.27 Uhr: Evakuierung soll bis 19 Uhr starten

Die Evakuierung soll spätestens um 19 Uhr starten. Es wird auch nach einem zweiten Standort für eine Notunterkunft neben der Körnig-Halle gesucht.

Aktualisierung 17.24 Uhr: Kosten werden Eigentümer in Rechnung gestellt

Bei der letzten Brandschutzbegehung 2015 habe es keine Mängel gegeben, sagt Baudezernent Wilde - ganz im Gegensatz zur letzten Begehung vor zwei Tagen. Danach habe es aber Bauarbeiten gegeben, bei denen offensichtlich gegen den Brandschutz verstoßen wurde.

Die Kosten der Evakuierung, an der am Abend mehrere hundert Einsatzkräfte beteiligt sein werden, und die gegebenenfalls längerfristige Unterbringung der betroffenen Mieter in Ausweichwohnungen werde die Stadt dem Eigentümer in Rechnung stellen.

Aktualisierung 17.19 Uhr: Nordstadt-Hannibal nicht betroffen

Wichtige Information: Der Hannibal I in der Nordstadt ist nicht betroffen.

Aktualisierung 17.16 Uhr: Hannibal-Schäden sind nicht kurzfristig behebbar

Laut Wilde sind von der Evakuierung 800 Bewohner betroffen. Wie viele in der Helmut-Körnig-Halle unterkommen müssen, ist noch nicht klar. Von der Evakuierung betroffene Schüler werden vom Unterricht befreit. Um 21 Uhr würden die Mieter in der Körnig-Halle detailliert informiert.

Wie lange der Hannibal gesperrt bleiben muss, kann Baudezernent Wilde nicht sagen. Es könnte aber dauern. Der nicht sichere Zustand des Gebäudes sei nicht kurzfristig behebbar.

Aktualisierung 17.11 Uhr: "Gefahr für Leib und Leben"

Die Pressekonferenz im Rathaus hat begonnen. Der Saal ist voll. Baudezernent Ludger Wilde hat das Wort: Ihm zufolge wurde das Gebäude am vergangenen Dienstag von der Feuerwehr und von der Bauaufsicht kontrolliert. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch geprüft. Das Ergebnis: Jetzt muss gehandelt werden. Am Donnerstagmorgen wurde ein Krisenstab eingerichtet.

Wilde weiter: "Es gibt mehrere Schächte im Gebäude, die von oben nach unten führen. Im Brandfall würde das Gebäude in kürzester Zeit verrauchen. Wir reden hier von einer akuten Gefahr für Leib und Leben. Wir haben den Vermieter informiert, wir werden nun die Mieter evakuieren. Die Räumung soll geordnet ablaufen. Wir werden für heute und morgen eine Unterbringung finden. Heute Nacht die Körnig-Halle. Wir werden versuchen, längerfristige Lösungen für die betroffenen Mieter zu finden. "

Aktualisierung 16.58 Uhr: Helmut-Körnig-Halle wird Notunterkunft

Von vor Ort erfahren wir, dass die Stadt die Helmut-Körnig-Halle als Notunterkunft herrichtet. Hier sollen alle Bewohner gebracht werden, die nicht bei Freunden, Bekannten oder der Familie unterkommen können.

Langsam macht sich am Hannibal Unmut breit, erste Tränen fließen, berichtet unser Reporter Peter Bandermann. Viele verstehen nicht, warum sie so kurzfristig alle aus ihren Wohnungen raus müssen. Die Entscheidung dazu fiel offenbar bei einer Begehung der Feuerwehr vor zwei Tagen. Die dort festgestellten Mängel waren so schwer, dass eine Gefahr für Leib und Leben gebe.

Rettungswege zugewachsen, kein Zugang zu Löschwasser, Müll in Tiefgaragen: Hannibal 2 #Dortmund vor der Räumung https://t.co/4iT5jdLjFApic.twitter.com/mw3REbDub6

— Peter Bandermann (@RN_Bandermann)

Aktualisierung 16.29 Uhr: Tiefgaragenplätze als Mülldeponien

Wir haben mit Hannibal-Bewohner Rolf Möller gesprochen. Der 61-Jährige war nach eigener Aussage bis vor drei Jahren auch Hausmeister im Hochhaus-Komplex. Er berichtet von Bäumen, die Rettungswege zugewuchert hätten und Tiefgaragenplätzen, die von den Bewohnern als Mülldeponien genutzt wurden. Die Evakuierung nennt er trotzdem eine "krasse Aktion". Zumindest der erste Mangel wird gerade behoben: Die Bäume werden gerade zurückgeschnitten.

 

Hannibal-Bewohner Rolf Möller (61). Foto: Peter Bandermann

 

Aktualisierung 16.09 Uhr: Lage vor Ort ist ruhig

Die Vorbereitungen für die Evakuierung laufen auf Hochtouren. Nach Informationen unserer Redaktion werden aus den umliegenden Städten Rettungs- und Krankenwagen zusammengezogen, um Anwohner aus dem Haus zu holen, die das alleine nicht mehr schaffen. Die Feuerwehr wollte diese Meldungen weder bestätigen noch dementieren.

Vor Ort am Vogelpothsweg ist die Lage ruhig, berichtet unser Reporter Peter Bandermann. Von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei ist noch nichts zu sehen. Gleichwohl müssen sie schon im riesigen Gebäude unterwegs sein, da die ersten Mieter bereits informiert wurden und ihre Wohnungen verlassen haben. Auf der Eingangsebene vor dem Gebäude stehen etwa 50 Bewohner, viele junge Eltern mit kleinen Kindern.

Aktualisierung 15.37 Uhr: Mieterverein spricht von "Instandhaltungsstau"

Der Mieterverein Dortmund spricht von einem "großen Drama", im Dorstfelder Hannibal gebe es einen "Instandhaltungsstau". Nach Informationen des Mietervereins stehen derzeit etwa ein Viertel der 412 Wohnungen des riesigen Komplexes leer. Man wolle sich jetzt erst einmal um die betroffenen Mieter kümmern.

Erstmeldung 15.11 Uhr: Hannibal-Eigentümer gehört auch das geräumte Wuppertaler Hochhaus

In Wuppertal musste vor Wochen ein Hochhaus geräumt werden, weil es nicht den Richtlinien des Brandschutzes entsprach. In Dortmund jetzt auch: Nach Informationen unserer Redaktion will die Feuerwehr heute in der Nacht zu Freitag den Hannibal in Dorstfeld räumen lassen. Die Feuerwehr richtet sich darauf ein, die Mieter für 48 Stunden woanders unterzubringen.

Im Hannibal-Komplex hat die Feuerwehr offenbar Mängel beim Brandschutz festgestellt. Die Dortmunder Feuerwehr hatte nach der Brandkatstrophe in einem Hochhaus in London vor mehreren Wochen auch alle Hochhäuser in Dortmund überprüft. Beim Hannibal in Dorstfeld ist sie offenbar fündig geworden.

Das Gebäude hat mehr als 400 Wohnungen mit etwa 740 Anwohnern. Es gehörte anfangs Dogewo21, die das Objekt 2004 an die Bottroper Firma Janssen + Helbing verkaufte. Nach der Pleite der Firma geriet das Haus unter Zwangsversteigerung. Neuer Eigentümer ist die Berliner Gesellschaft Intown properties in Berlin. Ihr gehört auch das Wuppteraler Hochhaus, das geräumt werden musste.

Wir berichten aktuell weiter.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt