Brandschutzmängel: Teile der FH Dortmund müssen in Ausweichquartier umziehen

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Vor einiger Zeit wurden Brandschutzmängel im Kreuzviertel-Campus der FH Dortmund entdeckt. Nun steht fest: Teile der Fachhochschule müssen definitiv ausquartiert werden.

Dortmund

, 12.08.2019, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein paar Freunde, die mit anpacken, ein kleiner LKW und am Ende des Tages ein Belohnungsbier für die Helfer: So laufen die meisten privaten Umzüge ab. Wenn Martin Hübner umzieht, wird diese Basis-Version lange nicht reichen. Schließlich geht es nicht um die üblichen Drei-Zimmer-Küche-Diele-Bad, sondern um ein achtstöckiges Hochhaus inklusive zweier kompletter wissenschaftlicher Fachbereiche.

„Ein technisches Labor und eine Bibliothek ziehen Sie nicht einfach so um“, sagte Hübner, seines Zeichens Liegenschaftsdezernent der FH Dortmund, unserer Redaktion im Mai.

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Damals war gerade bekannt geworden, dass es in dem Hochhaus, dem Herzstück des FH-Hauptsitzes an der Sonnenstraße im Kreuzviertel, Brandschutzmängel gibt – und zwar seit dessen Bau in den 1950er-Jahren. Erst bei Modernisierungsarbeiten waren sie entdeckt worden.

Hoffnung, um den Umzug herumzukommen, hat sich zerschlagen

Dass das Hochhaus aufwendig saniert werden muss, war bereits im Mai klar. Damals gab es noch die kleine Hoffnung, dass der Lehr- und Forschungsbetrieb im Gebäude während der Sanierung weiterlaufen könnte. Die hat sich mittlerweile zerschlagen: Nun steht definitiv fest, dass Teile der FH in ein Ausweichquartier umziehen müssen.

Doch wann der Umzug ansteht und wohin die Reise geht, dazu sagen die Verantwortlichen bisher nichts. Die Planung für die Brandschutz-Sanierung laufe derzeit noch, schreibt der Eigentümer der Immobilie, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, auf Anfrage unserer Redaktion: „Hier können wir Ihnen noch keinen Baubeginn oder mögliche Kosten nennen.“ Auch zum Ausweichquartier hält man sich bedeckt. Ein Standort werde „weiterhin geprüft“, heißt es lediglich.

Weniger Brandwachen wegen neuer Brandmeldeanlage

Dass bis dahin der Betrieb der Fachhochschule trotz der Brandschutzmängel ungestört weiterlaufen kann, dafür sorgten über Monate eigens dafür eingestellte Brandwachen. Mitarbeiter eines externen Sicherheitsdienstes sahen rund um die Uhr in drei Schichten nach dem Rechten – jeweils einer pro Etage. Die Kosten: 3300 Euro pro Tag.

Ende Juni konnte ihre Zahl massiv reduziert werden: Jetzt sind tagsüber lediglich eine und nachts zwei Brandwachen im Gebäude unterwegs. Möglich macht das eine neue Brandmeldeanlage, die BLB und FH für über 200.000 Euro einbauen ließen und die am 28. Juni mit einem Monat Verzögerung ihren Dienst aufnahm. Die einzige Aufgabe der menschlichen Brandwachen besteht nun darin, die Feuerwehr zu rufen, sollte die Brandmeldeanlage Alarm schlagen.

Bis spätestens Anfang September sollen auch sie verschwinden. Dann nämlich wird die Anlage direkt mit der Leitstelle der Feuerwehr verbunden.

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