Bewohner löscht Kellerbrand: „Im Flur kam mir schon der Rauch entgegen“

rnBrandserie im Dortmunder Westen

Zum 14. Mal brannte es im Keller eines Mehrfamilienhauses im Dortmunder Westen. Diesmal löschte den Brand aber nicht die Feuerwehr, sondern ein mutiger Bewohner.

Kley

, 21.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn andere schlafen, ist Holm Rajewski wach. Nacht für Nacht bis zum frühen Morgen sitzt der 53-Jährige vor dem Fernseher.

Schon seit einem Jahr leidet der Kleyer unter Schlafstörungen. Glücklicherweise, muss man tatsächlich sagen. Denn Holm Rajewskis Schlaflosigkeit ist es zu verdanken, dass er ein vorsätzlich gelegtes Feuer rechtzeitig löschen und somit Schlimmes verhindern konnte.

Der 14. Kellerbrand im Dortmunder Westen ereignete sich am frühen Mittwochmorgen (19.8.) im Keller des LEG-Mehrfamilienhauses an der Kleybredde 45-47 in Kley. Holm Rajewski ist hier seit 1995 zu Hause.

Was er gerade im Fernsehen geschaut hat, weiß er nicht mehr, als um kurz vor 3 Uhr der Rauchmelder in der Waschküche Alarm auslöst. „Das hat er in der Vergangenheit öfters ohne Grund gemacht“, erzählt der 53-Jährige. Diesmal ist es aber kein Fehlalarm. Als Rajewski seine Wohnungstür im Erdgeschoss öffnet, riecht er sofort den Qualm.

Mit einem Wasserschlauch hat Holm Rajewski den Brand gelöscht - seit dem Vorfall macht er täglich einen Extra-Kontrollgang durchs Haus.

Mit einem Wasserschlauch hat Holm Rajewski den Brand gelöscht - seit dem Vorfall macht er täglich einen Extra-Kontrollgang durchs Haus. © Beate Dönnewald


„Eines der Kellerfenster stand offen“

Er sei direkt die Treppe zum Keller heruntergelaufen. „Im Flur kam mir schon der Rauch entgegen“, sagt er. In der Gemeinschafts-Waschküche habe er das Feuer dann entdeckt. „Ein zusammengeklapptes Bett und eine Spanplatte brannten. Ich habe sofort den Wasserschlauch gegriffen und drauf gehalten“, erzählt der 53-Jährige. Erst danach habe er die Polizei angerufen.

Verdächtige Personen habe er nicht mehr gesehen. „Eines der Kellerfenster stand offen. Ich vermute, dass der Täter gar nicht im Keller war, sondern was Brennendes in den Raum geworfen hat“, so Rajewski. Die Feuerwehr habe noch einmal nachgelöscht, seine Nachbarn hätten von dem Vorfall gar nichts mitbekommen.

Auch ein Teil des Bettrahmens ist verbrannt.

Auch ein Teil des Bettrahmens ist verbrannt. © Beate Dönnewald

„Ich kontrolliere jetzt immer, ob alles in Ordnung ist“, sagt der 53-Jährige. Die Haustür würde nicht richtig schließen, darüber habe er seinen Vermieter, die LEG, bereits informiert. Angst habe er aber keine. „Ich bin einfach nur froh, dass ich geistesgegenwärtig zum Schlauch gegriffen habe und das Feuer löschen konnte.“

Polizei untersucht Zusammenhänge mit den vorherigen Kellerbränden

So glimpflich sind die mittlerweile 14 Brandstiftungen im Dortmunder Westen nicht immer ausgegangen. In einem Kirchlinder Mehrfamilienhaus etwa mussten zwei Frauen, darunter eine Schwangere, mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden.

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Die Polizei ermittelt auch an der Kleybredde wegen Brandstiftung und untersucht Zusammenhänge mit den vorherigen Kellerbränden. Wer zur Tatzeit, davor oder danach verdächtige Personen wahrgenommen hat, möge sich bei der Kriminalwache unter (0231) 132-7441 melden.

Für den Fall, dass jemand bei der Aufklärung der Brandstiftungen helfen kann, haben Polizei und Staatsanwaltschaft diese Woche eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt.

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