Breites Bündnis will den Atomaussteig

Forderung an DEW21

Die Grünen, das Dortmunder „Bündnis DEW kommunal“ und der Bund für Naturschutz (BUND) forcieren nach dem Atomunfall in Fukushima die Klimawende von unten. Sie rufen die Dortmunder auf, vom lokalen Energieversorger DEW zu einem reinen Ökostrom-Anbieter zu wechseln.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 16.04.2011, 15:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Einen schnellen Aussteig aus der Atomenerrgie fordert ein breites Bündnis vom lokalen Anbieter DEW21.

Einen schnellen Aussteig aus der Atomenerrgie fordert ein breites Bündnis vom lokalen Anbieter DEW21.

Bekanntlich läuft der Gesellschaftervertrag 2014 aus. Die Stadtwerke, so fordert der grüne Ratsfraktionschef Mario Krüger, sollen dann auch die RWE-Anteile an DEW übernehmen. „Wir wollen eine stärkere kommunale Einflussnahme auf Strommix und Preisgestaltung von DEW21“, erläutert Heiko Holtgrave vom Bündnis DEW kommunal. Bei der Energiewende sei RWE als Atomstrom-Produzent „ein Klotz am Bein“, so Thomas Quittek vom BUND. Er zitiert den Regionalrat, der feststellt dass der Regierungsbezirk Arnsberg über das grundsätzliche Potential verfüge, seinen regionalen Strombedarf zu 100% aus erneuerbaren Energien zu decken.

Die Atomgegner kritisieren, dass SPD und CDU im Rat trotz Fukushima und 25 Jahren Tschernobyl nicht bereit waren, konkrete Festlegungen für eine Energiewende zu treffen. Die SPD sei RWE und damit der Atomlobby treu verbunden. Krüger: „Es wurden noch nicht einmal Zielwerte für den Ausbau der Eigenproduktion erneuerbarer Energie für DEW21 akzeptiert, die den Vorgaben der Bundesregierung entsprechen.“ DEW bezieht bisher nur 29 Prozent aus Natur-, z.T. grün gewaschenen Strom. Insgesamt nur fünf Prozent des in Dortmund verteilten Stroms kommt aus erneuerbaren Energien. Und nur 100 der 15 000 Ökostrom-Haushalte beziehen den reinen Natur-DEW-Strom „prima Klima“, der aus Solarenergie von Schuldächern stammt. „Wenn DEW-Naturstrom – dann diesen“, fordert Quittek. Ansonsten seien Naturstromanbieter „durchaus günstiger als die klassischen DEW-Tarife“ wirbt Holtgrave für den Umstieg.

Ursula Wirtz, Frontfrau der Schutzgemeinschaft Fluglärm, unterstützt den Aufruf zum Anbieter-Wechsel – allerdings in erster Linie aus Ärger über die Quersubventionierung des Flughafens durch DSW. Knapp 20 Millionen Euro an Zuschüssen sind es allein für 2010. 

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