Bremst der Frühling das Coronavirus aus? Dortmunder Arzt mit bemerkenswerter These

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Bevor das Coronavirus sich in Dortmund ausbreiten kann, könnte die Welle auch schon wieder abebben. Dabei spielt der Frühling eine entscheidende Rolle – sagt ein Dortmunder Arzt.

Dortmund

, 03.03.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Update 8.3.:

Inzwischen gibt es vier bestätigte Corona-Fälle in Dortmund. Der Artikel ist entstanden, als es noch keinen nachgewiesenen Fall gab.



Auch wenn es noch keinen bestätigten Coronavirus-Fall in Dortmund gibt, ist weiterhin damit zu rechnen, dass sich das Virus auch hier ausbreitet. Auf der anderen Seite gibt es die Hoffnung, dass es ausgebremst wird, wenn der Frühling ins Land zieht.

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Das jedenfalls äußert der Hausarzt und Dortmunder Ärztesprecher Dr. Prosper Rodewyk und beruft sich dabei auf Experten. „Das Coronavirus“, sagt er, „fühlt sich bei Temperaturen zwischen zwei und acht Grad am wohlsten.“ Das habe es etwa mit Erkältungsviren gemeinsam. Diese würden sich im Januar, Februar, März verbreiten, und wenn es richtig warm werde wieder von allein verschwinden.

Zudem gebe es die Empfehlung der Virologen an Ärztekollegen, ein Erkältungsvirus im Kühlschrank zu lagern, wenn man es lebend erhalten wolle, sagt der Internist.

Intensivere UV-Strahlung

Seine Annahme wird von Virologen bestätigt wie zum Beispiel dem Infektions-Experten Matthias Stoll, der sich beim Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ausführlich über das Coronavirus geäußert hat. Der Professor der Medizinischen Hochschule Hannover macht in einem Beitrag deutlich, dass er „große und begründete Hoffnung“ hat, dass die Zahl der Infektionen ab dem Frühjahr deutlich abnehmen wird.

Als Begründung führt er die intensivere UV-Strahlung und höhere Temperaturen an. Auch wenn mehr frische Luft in die Räume gelassen werde, erschwere dies die sogenannte Tröpfcheninfektion und beende Jahr für Jahr die Grippesaison. Das Virus schleicht sich sozusagen aus.

Auch weil sich das neue SARS-Virus bislang fast nur auf der Nordhalbkugel ausgebreitet habe, sei er zuversichtlich, dass Covid-19 ein „Erkältungsgeschehen“ sei und sich im Frühling hoffentlich rasch in Luft auflösen werde, so Stoll.

Wenig Sorge bei Patienten

Allerdings vermuten manche Forscher bereits, dass das Virus zwar zum Sommer hin abebbt, aber in der kälteren Jahreszeit zum Ende des Jahres erneut auftreten könnte. Damit wäre aber zumindest Zeit gewonnen.

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In der Hörder Praxis von Dr. Rodewyk sowie in anderen Dortmunder Hausarztpraxen schlagen im Gegensatz zu Unna und Münster relativ wenig Patienten auf, die glauben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Das liege wohl daran, sagt er, dass es in Dortmund noch keinen bestätigten Verdachtsfall gebe.

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