Brezel-Verkauf am Dom wurde sündhaft teuer

04.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Teuer zu stehen kommt einen 35-jährigen Dortmunder seine Geschäftstüchtigkeit: Der Mann wollte die Gunst der Stunde nutzen und vor dem Kölner Dom während des Papstbesuchs und der Fußball-WM Brezeln an die hungrigen Besucher verkaufen.

Gesagt, getan: Auf seinem mobilen Verkaufswagen mit Glasaufsatz präsentierte er um die 200 Backwaren, den Verkauf übernahmen offenbar er und vier weitere Familienmitglieder im Wechsel. Allerdings: Der Dortmunder besaß nicht die erforderliche Reisegewerbekarte - als das Kölner Ordnungsamt seinen Stand mehrmals kontrollierte, verhängte es insgesamt zwei Bußgeldbescheide: einen über 3500 Euro für siebenmaliges unerlaubtes Verkaufen von Backwaren, einen zweiten über 1200 Euro für weitere zwei Vergehen.

Während des Kölner Bußgeldverfahrens über 3500 Euro hatte der Dortmunder ausgesagt, er habe gar kein Gebäck verkauft - er sei in Köln, um Freunde zu besuchen. Allerdings: Wenn die Ordnungsamt-Mitarbeiter seine Verwandten am Verkaufswagen antrafen, gaben sie stets ihn als Eigentümer an.

Dennoch sah der 35-Jährige nicht ein, die 3500 Euro zu bezahlen und legte Einspruch ein. Gestern hätte diese Angelegenheit vor dem Amtsgericht mitverhandelt werden sollen, denn der Gebäck-Verkäufer hätte sich auch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor Gericht verantworten müssen. Im Gegensatz zu fünf Mitarbeitern des Kölner Ordnungsamtes, die extra nach Dortmund gekommen waren, erschien der 35-Jährige aber nicht. Deshalb verwarf Richter Gerhard Breuer den Einspruch gegen das Bußgeld. Und es könnte noch schlimmer für ihn kommen: "Jetzt droht ihm auch noch das zweite Bußgeld über 1200 Euro", so Breuer. Eine Reisegewerbekarte wäre die günstigere Variante gewesen: Sie kostet nur etwa ein Zehntel des jetzt fälligen Bußgeldes. if

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