Brief von Sepp Herberger an BVB-Legende Aki Schmidt hängt seit Kurzem in Dortmunder Kneipe

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„Lieber Aki...“: Sepp Herberger machte 1963 der BVB-Legende Aki Schmidt Hoffnungen auf die Rückkehr in die Nationalelf. Nun ist der historische Brief öffentlich zu sehen - in einer Kneipe.

Dortmund

, 09.01.2019, 14:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zeilen des Weltmeister-Trainers von 1954, Sepp Herberger, beginnen freundschaftlich mit „Lieber Aki“. Im weiteren Verlauf lobt der „Chef“ die Leistung von Schmidt beim siegreichen Meisterschaftsfinale 1963 in Stuttgart gegen Köln:

„Wenn Sie Ihre Kondition und Form, die Sie in den Endspielen so auftrumpfen ließ, auch in der Zukunft beibehalten, ist es durchaus möglich, dass Sie in die Nationalmannschaft wieder zurückkehren. (...) Ich rechne also wieder mit Ihnen, lieber Aki und ich würde mich freuen, wenn es noch einmal zum klappen käme.“ (Originaltext)

Herberger-Brief hing jahrelang im Wintergarten

Seit Kurzem ist dieser historische Brief von einer Legende des deutschen Fußballs an eine andere in einer Dortmunder Kneipe zu bewundern, der Ratsschänke in der City. Der Weg dorthin ist eine Geschichte für sich.

Vor etwas über zwei Monaten hat sich Wolfgang Maihöfer, Stammgast und Mitglied des BVB-Fanclubs „Ratsschänke“, beim Gastwirt Omid Ghorbanazar gemeldet. Mit der Nachricht, dass er einen Brief des legendären Trainers erhalten habe. „Schon seit Jahrzehnten war er im Besitz der Familie Mowwe, die mit Aki Schmidt befreundet war und den Brief als Geschenk erhalten hat“, so Maihöfer.

Dort habe der Brief allerdings zumeist unbeachtet in einem Wintergarten gehangen. „Ranier Mowwe hat mich dann irgendwann gefragt, ob wir damit etwas anfangen können.“

Der komplette Brief des Bundestrainers.

Der komplette Brief des Bundestrainers. © Omid Ghorbanazar

Ratsschänke hat seit zehn Jahren einen eigenen BVB-Fanclub

Seitdem hat das gute Stück seinen Platz in der Ratsschänke an der Prinzenstraße 7 gefunden. Sehr zur Freude von Omid Ghorbanazar. Der gebürtige Perser ist selbst großer BVB-Anhänger – allerdings hat er etwas Anlaufzeit gebraucht. „Ich stamme aus dem Iran, und dort war Fußball damals nicht sehr populär“, berichtet er.

Seit 2001 betreibt Ghorbanazar, der Anfang der 1990er-Jahre nach Dortmund kam, die Ratsschänke. Bereits damals war die Kneipe an Spieltagen fest in der Hand der Fans in Schwarzgelb. Und die Begeisterung des Wirtes für den Lieblingssport der Deutschen stieg stetig an. „Wir hatten schnell viele Stammgäste, da dachte ich mir: Wir bringen alles unter Dach und Fach und gründen einen Fanklub.“ Am 9. Januar 2009 wurde der BVB-Fanklub Ratsschänke aus der Taufe gehoben.

Aki Schmidt wurde tatsächlich der erste BVB-Kapitän der Nationalelf

Zur Vereinsgründung des Fanklubs hat der Wirt sogar einen eigenen Borussia-Stern vom Verein erhalten. „Ein echtes Original“, meint der 48-Jährige stolz. „Ich durfte ihn aber nicht vor der Tür verlegen.“ Das ist nur den offiziellen Sternen des „Walk of Fame“ erlaubt. „Und zu den echten Legenden des BVB gehöre ich schließlich nicht“, gesteht er ein.

Anders sieht das bei Alfred „Aki“ Schmidt aus. Tatsächlich schaffte der Dortmunder wieder den Sprung in die Nationalmannschaft: Und er wurde der erste DFB-Kapitän der Borussia.

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