Briefwahl funktioniert in Dortmund nur mit Tesafilm

Panne

Mehrere Dortmunder staunten in den vergangenen Tagen nicht schlecht, als sie ihre Briefwahl-Unterlagen zugeschickt bekamen. Die Umschläge, in denen sie ihre Stimme abgeben sollen, sind an der unteren Kante geöffnet. Darüber, wie es zu dieser peinlichen Panne kommen konnte, rätseln nun alle Beteiligten.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 06.08.2012, 06:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Briefwahl funktioniert in Dortmund nur mit Tesafilm

Helmut Eismann aus Marten gehört zu den Dortmundern, die bereits geöffnete Umschläge für die Briefwahlunterlagen zugeschickt bekamen.

Bis Freitag hatten sich sechs Betroffene bei der Stadt gemeldet. Wenn es ganz schlimm kommt, könnten es 5000 sein. So viele Briefwahl-Unterlagen wurden bislang produziert und ausgeliefert.Gegen solche Fehler sei man „relativ machtlos“, bedauert Spaenhoff. Noch habe man nicht lokalisieren können, wo der Fehler liegt. Der Produzent der Briefwahlunterlagen schließe aus, dass die Schneidemaschine, die die Unterlagen von einer Rolle trennt, falsch eingestellt gewesen sei. Nun werde geprüft, ob die verwendete Rolle möglicherweise erst gar nicht geklebt war. Die Anrufer beim Wahlamt erhielten die Auskunft, den roten Briefumschlag mit mehreren Tesafilmstreifen zuzukleben. Nicht mit einem Klebestift! „Um sicherzugehen, dass der Wahlbrief sich nicht von allein öffnet“, betont Spaenhoff.

Doch Helmut Eismann ist skeptisch. „Da kann doch jeder das Tesafilm wieder aufschlitzen, den Wahlschein entnehmen und manipulieren und den Umschlag dann wieder zukleben, ohne dass das einer merkt.“ Annegret Krzewicki hat Sorge, dass ihre Wahl ungültig sein könnte, wenn sie den Wahlumschlag mit Tesafilm zuklebt. Eben weil der Eindruck entstehen könnte, dass ihn schon jemand einmal geöffnet hat. Am Montag wisse man mehr, erklärte Spaenhoff. Wer unbedingt übers Wochenende habe wählen müssen, konnte sich mit Tesafilm behelfen. Die anderen betroffenen Wähler bekommen auf Verlangen neue Briefwahlunterlagen zugestellt. Sollten alle 5000 Briefwahlumschläge betroffen sein, würden alle neu verschickt, versichert der Amtsleiter.

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